Der Unaussprechliche – oder: Warum Dortmunds „Florian“-Turm einen neuen Namen braucht

F- L-O-R-I-A-N

Herkunft: von lateinisch florus (blühend / glänzend / prächtig) bzw. florere (blühen / mächtig sein / prangen / schimmern / glänzen)

Bedeutung: „der Blühende“, „der Prächtige“, „der Mächtige“, „der Glänzende“

Verbreitung: Der Name Florian ist traditionell in Bayern (!!!) und Oberösterreich weit verbreitet.

Er wurde 1959, also kurz nach Schalkes letzter Meisterschaft, erbaut. Zur Bundesgartenschau im Westfalenpark. Er ragt 208,56 Meter hoch in den Himmel und ist damit nicht nur Dortmunds höchstes Bauwerk, sondern auch eines der Wahrzeichen der Stadt. Majestätisch thront er über dem Westfalenpark, und sein langer Schatten scheint auch die Westfalenhalle und das Westfalenstadion schützen zu wollen. Deshalb haben die Dortmunder ihren Fernsehturm lieb. Ganz gleich, aus welcher Himmelsrichtung sie auf ihre Stadt zu fahren, signalisiert er ihnen: zu Hause! Heimat! #wiederhier

FlorianSeit dem vergangenen Samstag allerdings hat Dortmund mit seinem Turm ein ernsthaftes Problem. Denn der Turm heißt „Florian“. Wie Florian Silbereisen – was zweifellos schlimm genug wäre. Vor allem aber wie Florian Meyer. Jener Schiedsrichter, der dem ruhmreichen BVB im Pokalfinale gegen Buyern München die Anerkennung des glasklaren Führungs- und mutmaßlichen Siegtreffers durch Mats Hummels verweigerte, weil er und sein Linienrichter als einzige unter fast 80.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion nicht gesehen hatten, dass der Ball sowas von hinter der Linie war. Jener Schiedsrichter, der dem BVB kurz darauf nach Foul von Rafinha an Lukasz Piszczek einen klaren Elfmeter verweigert hat – eine Szene, die übrigens allein der „Kicker“ gesehen zu haben scheint. http://37.media.tumblr.com/3b93813e4785d54edfe937ae302eeb78/tumblr_n5smlpcuwj1qbiykfo1_500.gif

Flo-ri-an! So kann ab sofort natürlich kein Dortmunder Wahrzeichen mehr heißen. Denn ganz gleich, aus welcher Himmelsrichtung man neuerdings auf die Stadt zu fährt, erinnert der Turm zwangsläufig an den geklauten Pott. Gerade Berufspendlern, die – Urlaub und Wochenenden abgezogen – an rund 250 Tagen zweimal täglich, also 500-mal im Jahr, über die A40 am Turm vorbei fahren, ist das unter psychologischen Aspekten nicht zuzumuten. Da hilft es auch wenig, dass – je nach Fahrtrichtung – kurz vor oder kurz nach dem „Florian“ die Pylone des Westfalenstadions strahlend gelb leuchten.

Es führt kein Weg daran vorbei: Der Fernsehturm braucht einen neuen Namen. Nur welchen? – Einige scheiden kategorisch aus: Felix (Brych), Deniz (Aytekin), Peter (Gagelmann), Manuel (Gräfe) und Knut (Kircher) etwa. Zu groß wäre das Risiko, dass der Betonspargel nach einem Fehlpfiff eines dieser Referees in wenigen Monaten schon wieder umbenannt werden müsste und so eine allmähliche Entfremdung der Bürger von ihrem Wahrzeichen eintreten könnte.

Vielleicht sollte man sicherheitshalber auf einen Frauennamen ausweichen. Da geht bis auf Bibiana (Steinhaus) eigentlich alles. „Kloppo“ ginge sowieso. Vielleicht lässt sich aber auch ein treffender Kunstnamen kreieren. Sowas wie Schiriwirwissenwodeinautosteht-Turm.

Oder, ein ernsthaft zu prüfender Vorschlag meines geschätzten facebook-Freundes Lutz Könnecke: Man bleibt bei „Florian“, streicht den Turm aber gelb an und malt drei schwarze Punkte darauf . . .

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