Operation #freeShinji und die Ballermann-Bayern

Mehdi Benatia.

Xabi Alonso.

Shinji Kagawa.

Drei Namen, die Fußball-Deutschland seit Tagen reineweg dull machen. Doch während in Dortmund die 2013 gegründete digitale Befreiungsorganisation #freeshinji die bevorstehende Rückkehr des verlorenen Sohnes feiert, als habe der BVB soeben den Nachbarn aus Herne-West in die zweite Liga geschossen, mischen sich im Süden der Republik durchaus kritische Töne und Zweifel in die Bewertung der Buyern-Personalpolitik unter Pep Guardiola. Insbesondere die Verpflichtung des demnächst 33-jährigen Xabi Alonso – nach Javi Martinez, Thiago Alcantara, Pepe Reina und Juan Bernat bereits der fünfte Iberer im aktuellen Kader – kommt so manchem spanisch vor. Schon machen Klubnamen wie „Fútbol Club Baviera Múnich“ (Augsburger Allgemeine Zeitung) oder CF Balneario Múnchen die Runde. Der Ballermann lässt grüßen. Plötzlich ist nicht mehr Mallorca das 17. deutsche Bundesland, sondern Bayern eine Provinz in Spanien. Selbst Edel-Lederhose Stefan Effenberg kritisiert den Alonso-Deal: „Das macht nicht wirklich Sinn!“.

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Binnen 24 Stunden 80 Mio. € rausgehauen

Bleiben wir noch einen Moment beim Rekordmeister. Der hat, vorgeblich als Reaktion auf die schwere Verletzung von Martinez (Kreuzbandriss), gleich doppelt reagiert – weil Martinez ja auch doppelt einsetzbar ist: als Verteidiger und als Defensivmann im zentralen Mittelfeld. In Wahrheit ist der spektakuläre Doppelschlag auf dem Transfermarkt auch eine Reaktion auf die wiederholten Verletzungen des zwar brillanten, aber selten fitten Thiago und die permanenten Verletzungen von Bastian Schweinsteiger. Dass der Erstgenannte verlässlich und der Zweitgenannte überhaupt noch einmal auf Top-Niveau zurückkommt, darauf will sich Guardiola offenbar nicht verlassen.

Also hauen die Bayern binnen 24 Stunden mal eben rund 80 Millionen Euro raus. So groß ist nämlich das Volumen der Verpflichtungen von Benatia und Alonso, wenn man Ablösesummen, erfolgsabhängige Nachzahlungen und Gehälter für die Vertragslaufzeit addiert.

Benatia ist „Weltklasse“. Wirklich?

Allein gut 50 Millionen Euro entfallen auf Benatia. Einen Spieler, dem Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer und im Gefolge auch viele so-called „Experten“ bescheinigen, er repräsentiere auf seiner Position „Weltklasse“. Das ist eine kühne These und provoziert die legitime Gegenfrage: Wie kommen die eigentlich alle darauf? – Fakt ist, dass Benatia mit 27 Jahren gerade 15 Europacup-Einsätze absolviert hat. In der Champions League spielte er noch nie, und von seinen 10 Länderspielen für Marokko datieren 5 aus dem Jahr 2009. Fakt ist, dass Benatia in Udine und zuletzt beim italienischen Vizemeister AS Rom Leistungsträger war. Fakt ist aber auch, dass die Serie A im Vergleich zur Primera Division, zur Premier League und auch zur Bundesliga technisch und taktisch einigermaßen den Anschluss verloren hat.

Ob Benatia also wirklich „Weltklasse“ ist, wird man sehen, wenn er in der Liga regelmäßig auf hohem Niveau und vor allem in der CL auf Top-Niveau gefordert wird.

Mehr und größere Fragezeichen wirft die Verpflichtung von Xabi Alonso auf. War es über viele Jahre und Jahrzehnte eine der größten Stärken des Bayern-Managements, sich – mitunter gegen Widerstände nicht nur aus Fan-Kreisen – von Spielern zu trennen, bevor diese ihren Zenit überschritten hatten (Effenberg, Mario Basler u.a.m. können darüber Auskunft geben), holen sie nun einen fast 33-Jährigen. Und das, obschon sie mit Schweinsteiger, Philipp Lahm, Arjen Robben und Franck Ribery bereits einige Leistungsträger im Kader haben, bei denen die „3“ vorne steht. Die also sicher nicht mehr besser werden.

Xabi Also ist „Weltklasse“. Wirklich. Aber auch fast 33.

Keine Frage: Xabi Alonso ist das, was Sammer von Benatia behauptet: Weltklasse! Der EM/WM/EM-Titelhattrick Spaniens zwischen 2008 und 2012, der zuvorderst den Barca-Stars Xavi Hernandez und Andres Iniesta gutgeschrieben wird, wurde zu einem gewichtigen Teil auch vom zentralen Real-Mann getragen, den sie daheim „El Profesor“ nennen, weil seine Spielweise nachgerade akademisch klug ist. Nur ist der Herr Professor eben in die Jahre gekommen. Als er zuletzt seinen Vertrag bei den „Königlichen“ bis 2016 verlängert hatte, schrieb die spanische Sportzeitung „El Pais“: „Das Bernabeu kommt in den Genuss, der Pensionierung eines seiner Idole beiwohnen zu können.“ So lange wollte die sportliche Leitung des amtierenden CL-Gewinners aber nicht warten. Also lockte Madrid im Sommer Toni Kroos von den Bayern weg. Für den 24-jährigen Weltmeister wollte München keine 10 Millionen Euro Jahresgehalt zahlen. Genau die Summe erhält nun Xabi Alonso. Das verstehe, wer will.

Die zweieinhalb Fraktionen im Bayern-Kader: Große Koalition oder grantelnde Opposition?

Das größte Risiko dieses Transfers aber ist kein sportliches. Vielmehr droht das Gleichgewicht im Kader empfindlich gestört zu werden. Der freundliche Herr Guardiola hat künftig auf der einen Seite eine Bayern/Weltmeister-Fraktion um die beliebten und einflussreichen Lahm, Müller, Schweinsteiger, Neuer. Er hat eine Spanien-Fraktion. Und er hat ein paar Profis, die zwar fraktionslos sind, aber ein hohes Unzufriedenheits- und Nörgelpotenzial besitzen. Mario Götze ist so einer, der nirgendwo richtig dazugehört. Robert Lewandowski ebenfalls – wobei der wohl am wenigsten fürchten muss, auf der Bank zu sitzen. Und wenn doch: Lernen RumeniggeSammerGuardiola seine Berater kennen. Viel Spaß! 

Große Koalition oder grantelnde Opposition? – So lange es sportlich rund läuft, stellt sich die Frage nicht. So lange ist die heikle Gemengelage kontrollierbar. Kompliziert wird es erst, wenn all die aktuell verletzten Spieler wieder zur Mannschaft stoßen und obendrein die Ergebnisse nicht stimmen. Und bei einem Klub, der insbesondere in den vergangenen beiden Jahren die totale Dominanz ausgestrahlt hat, stimmen Ergebnisse sehr schnell nicht, weil alles andere als ein souveräner Sieg bereits als Krisenanzeichen interpretiert wird. Kommt schließlich noch hinzu: Die Iberisierung der Mannschaft birgt auch das hohe Risiko einer Entfremdung zwischen Fans und Klub. Ankerpunkte der Identifikation findet man em ehesten in der Bayern/Weltmeister-Fraktion. Wenn die sportlich nicht mehr die Rolle spielt wie bisher, kann die Stimmung bei den Bayern sehr schnell kippen.

Kagawas Rückkehr bietet Chancen – sie birgt aber auch Risiken 

600 Kilometer nördlich, bei der (von Kalle Rummenigge so bezeichneten) billige(re)n Bayern-Kopie in Dortmund, haben die Verantwortlichen solche Probleme nicht. Im Gegenteil: Mit Shinji Kagawa holen sie nun offenbar nach Nuri Sahin einen weiteren verlorenen und während seiner Abwesenheit schmerzlich vermissten Sohn zurück. Einen weiteren Spieler, der nach großen Erfolgen mit dem BVB in die ganz große Fußball-Welt ausgezogen war. Sahin versuchte sich in Madrid und Liverpool. Kagawa in Manchester. Beide fanden sich nicht zurecht. Sahin kehrte reumütig und geläutert zurück. Seither fühlt er sich wieder menschlich geborgen und sportlich wohl. Aber die gewaltigen Erwartungen der Fans, die auf seinen Zauberleistungen in der Meistersaison 2010/11 beruhten, hat er bislang nicht erfüllen können.

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Sahin spielt gut, keine Frage. Aber selten brillant. Er läuft viel, arbeitet fleißig, ist wertvoll für die Mannschaft. Aber entzückte „Ooohs“ und „Aaahs“ für geniale Pässe in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehrreihen entlockt er den Zuschauern nur noch gelegentlich. Auch deshalb, weil sich das Spiel des BVB seither geändert hat und weiter ändern wird. Auch deshalb, weil sich die Gegner besser auf das BVB-Spiel und auf ihn, Sahin, eingestellt haben.

Für Shinji Kagawa gilt mehr noch als für Sahin. Wer erwartet, dass der Japaner nach seiner Rückkehr auf Anhieb wieder brilliert wie in den Jahren 2010/11 und 11/12; dass er seinen Gegnern wieder Knoten in die Beine dribbelt, dem sei in Erinnerung gerufen: Kagawa hat in den vergangenen beiden Jahren auf der Insel selten gespielt und noch seltener überzeugt. In der ersten Saison unter Sir Alex Ferguson kam er noch leidlich zurecht. Für eine Premierenspielzeit in der Premier League war das gar nicht mal so übel. Doch als er im zweiten Jahr den Durchbruch hätte schaffen sollen und müssen, geriet ManU unter Trainer David Moyes in die schwerste sportliche Krise seit zwei Jahrzehnten – und Kagawa wurde im Strudel mit nach unten gezogen. Dass Moyes-Nachfolger Luis van Gaal, ein Taktik- und Disziplin-Fanatiker, kein Freund von Shinjis Spielweise ist, hätte dem Japaner sofort klar sein müssen. Dennoch wollte er sich dem Holländer stellen, ihn überzeugen. Ohne Erfolg. Am Ende von Vorbereitung und Transferperiode sortierte der holländische General den japanischen Feingeist aus. Kagawa ist, das muss man so nüchtern konstatieren, bei seinem Traumklub ManU gescheitert – aus welchen Gründen auch immer. Er kehrt mit Frusterlebnissen und angeknackstem Selbstbewusstsein nach Dortmund zurück. 

Was dennoch dafür spricht, die „Operation #freeShinji“ zum Abschluss zu bringen:

  1. Die emotionale Komponente: Bei den Fans von Borussia Dortmund ist Kagawa so beliebt wie es vor ihm zuletzt Leonardo Dédé war. Seit die Transfergerüchte am Mittwoch wieder Fahrt aufnahmen, drehte die schwarzgelbe Familie bei facebook, Twitter und in den Online-Fanforen buchstäblich durch. Ein irrer Hype, der durchaus positiv auf die Gesamtstimmung durchschlagen kann. Jedenfalls muss man sich, wenn der Japaner beim Heimspiel gegen den SC Freiburg erstmals mit aufläuft, ernsthafte Sorgen machen, dass das Westfalenstadion den Jubelorkan ohne bauliche Schäden übersteht.
  2. Die kaufmännische Komponente: Kagawa kam seinerzeit für 350.000 Euro aus seiner Heimat nach Dortmund. Bei seinem Wechsel nach Manchester machte der BVB rund 16 Millionen Euro Gewinn. Wenn er ihn nun für einen hohen einstelligen Millionenbetrag zurück holt, weist die individuelle Transferbilanz aus Sicht des BVB immer noch eine satte schwarze Zahl aus. Hinzu kommt, dass Borussia Dortmund auf dem asiatischen Markt expandieren will und zu diesem Zweck bekanntlich eine Niederlassung in Singapur eröffnet. Dass der Klub neben Neuzugang Dong-Won Ji mit Kagawa künftig einen zweiten Sympathieträger aus Asien im Team hat, wird diese Aktivitäten nicht nur unterstützen, sondern sich auch ganz konkret in Euro und Cent niederschlagen.
  3. Die sportliche Komponente: Irgendwie ja auch nicht ganz unwichtig. Ein Kagawa in Top-Form ist natürlich eine Verstärkung. Der Japaner ist ballsicher, dribbelstark und torgefährlich. Er ist in der Offensive flexibel einsetzbar und kann dank seiner Kreativität den Unterschied machen. Wenn es Jürgen Klopp also gelingt, seinen Musterschüler wieder in die Spur zu bekommen – und wem, wenn nicht Klopp sollte das gelingen?! – wird Shinji den BVB besser machen. Aber Vorsicht! Kagawa konkurriert auf seiner Position direkt mit Henrikh Mkhitaryan. Und der Armenier ist ein äußerst sensibler Spieler, der das unbedingte Vertrauen des Trainers spüren muss. Er ist eher keiner von denen, die durch größeren internen Konkurrenzkampf stärker werden. Den aber hat Borussia in der Offensive, wenn – siehe Bayern – alle aktuell verletzten Spieler wieder dabei sind. Reus, Kagawa, Mkhitaryan, Aubameyang, Immobile, Ramos, Ji, Hofmann, Blaszczykowski: Was wie eine Offenbarung und ein großes Versprechen klingt, kann auch schnell zum Fluch werden. Klopp weiß das. Klopp kann das händeln. Und wer weiß: Vielleicht findet er sogar eine Lösung mit Kagawa (auf der „10“), Mkhitaryan (links) UND Reus (wie einst in Gladbach als Hälfte einer Doppelspitze in vorderster Front). 
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Die Unabhängigkeitserklärung

Zugegeben, besonders originell ist das nicht – aber unvermeidbar: Wenn Borussia Dortmund heute den Einstieg der bisherigen Nur-Sponsoren Puma und Signal Iduna als Auch-Finanzinvestoren im Rahmen einer Kapitalerhöhung bekanntgibt, muss man die Uhr zurückdrehen. Man muss eine ganze Weile drehen – und kommt irgendwann am 17. Februar 2005 an. Ein Donnerstag. Der Tag, an dem der BVB der Fußball- und der Börsenwelt eine „existenzbedrohende Situation“ eingestehen musste. Will sagen: Der Klub war pleite. Zahlungsunfähig. Er hatte 120 Millionen Euro Schulden und verfügte, weil Dr. Gerd Niebaum und Michael Meier bis hin zu Transferrechten und sogar dem Vereinslogo alles verramscht oder verpfändet hatten, über keinerlei Werte mehr, die er diesem Berg an Verbindlichkeiten hätte entgegen stellen können. „Wir lagen im Vorzimmer der Pathologie“, hat Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Watzke nach geglückter Rettung einmal gesagt – und in den Jahren seither den Beweis angetreten: Ja, es gibt ein Leben nach dem Tod!

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Die Entwicklung von Borussia Dortmund seither ist weniger ein sportliches Märchen als vielmehr eine der formidabelsten Leistungen im deutschen Sport-Management. In den zehn Jahren seit der Nahtod-Erfahrung war der BVB nicht nur zweimal Deutscher Meister, zweimal Vizemeister; er stand nicht nur dreimal im DFB-Pokal- und einmal im Champions-League-Finale. Er steht längst auch wirtschaftlich wieder auf einem grundsoliden Fundament, ist praktisch schuldenfrei und längst klar die Nr. 2 in Deutschland hinter dem Branchenprimus FC Bayern München.

Den zu attackieren – wie manche Medien es heute angesichts des aktuellen Frischgeldzuflusses von Evonik, Puma und Signal Iduna formulieren – ist nicht das vorrangige Ziel. Vielmehr will die Klubführung die zusätzlichen Mittel nutzen, um die Borussia nach ihren Vorstellungen weiter zu entwickeln. Etwas unabhängiger vom sportlichen Erfolg. Vor allem aber, ohne sich und ihre Philosophie verkaufen zu müssen.

Denn auch wenn viele Fußballpuristen und –romantiker in der Kapitalerhöhung einen weiteren Nagel im Sarg des Fußballs sehen; auch wenn die Südtribünen-Blöcke 12 und 13 niemals ein Puma-Trikot überstreifen werden und in Signal Iduna jenes Unternehmen sehen, dass dem Westfalenstadion seinen Namen stahl und nun mindestens bis 2026 beanspruchen wird: Das Gegenteil ist richtig! Nur dank der Millionen und Abermillionen, die diese Unternehmen in den BVB investieren, kann der es sich auch künftig leisten, wenigstens ein Mindestmaß an Fußball-Romantik zu pflegen und zu erhalten. Er kann es sich leisten, im eigenen Stadion rund 30.000 preisgünstige Stehplätze anzubieten, 25.000 davon für die eigenen Fans, und so eine außergewöhnliche, in der Welt einzigartige Atmosphäre zu kreieren.

Weil Evonik, Puma und Signal Iduna – übrigens: über ihr eigentliches Sponsoring hinaus – einen gigantischen Millionenbetrag in den BVB stecken, wird dieser auch künftig nicht gezwungen sein, für Kohle jeden Marketing-Mist mitzumachen. Vor allem aber bleibt er Herr im eigenen Hause. Denn das ist vielleicht das Erstaunlichste am Einstieg der drei Konzerne: Sie vertrauen Borussia Dortmund ihr Geld an, obwohl sie ganz genau wissen, dass sie operativ keinerlei Einfluss nehmen können. Anders als Dietmar Hopp in Hoffenheim. Anders als Dietrich Mateschitz in Leipzig. Anders als VW in Wolfsburg. Auch die unterliegen qua Reglement zwar der 50+1-Regel, die in Deutschland eine Fremdbestimmung von Fußballklubs ausschließt. De facto aber sind sie die Bestimmer oder wenigstens doch die Mitbestimmer.

Dass Evonik, Puma und Signal Iduna redliche Absichten verfolgen, kann man auch daran festmachen, dass sie sich bereits seit Jahren bei Borussia Dortmund engagieren. Und dass sie, jedenfalls im Fall von Evonik und Signal Iduna, zu einem Zeitpunkt einstiegen, als der BVB weit davon entfernt war, sportliche Erfolge zu feiern und ein sexy Image aufzubauen. Es handelt sich um regionale Unternehmen mit langer Tradition, fest verankert im Revier. Sie passen zu Borussia wie die Faust aufs Auge. Besser allemal als russische Energiekonzerne oder umstrittene Wettanbieter.

Die neue Situation sollte die Verantwortlichen aber auch mahnen, Maß zu halten. Das ist nicht anders als im Privatleben auch. Wer schon einmal das Glück hatte, unverhofft zu Geld zu kommen – sei es durch einen neuen, besser dotierten Job, eine kleine Erbschaft oder einen Lottogewinn –, weiß: Man muss deshalb ja nicht gleich durchdrehen. Kluge Menschen werden dann anstelle des alten VW Passat einen Audi A4 fahren. Aber keinen Ferrari. Sie werden für den Urlaub eine Finca auf Mallorca buchen – statt des Wohnwagens in Holland. Aber sie werden keine Villa auf den Malediven kaufen.

Übertragen bedeutet das: Der BVB darf (und wird) auch künftig nicht im Poker um Luis Suarez, Diego Costa und Angel di Maria mitmischen. Das ist eine andere Welt, die zu Dortmund nicht passt. Aber vielleicht kann Borussia Marco Reus und Mats Hummels halten. Vielleicht kann sie Kalle Rummenigge den Mittelfinger zeigen, wenn die Bayern Reus anbaggern. Und muss nicht – wie bei Mario Götze und Robert Lewandowski – klein beigeben. Übrigens: Reus ist, wie Trainer Jürgen Klopp, ein Image-Anker von Puma. Auch vor diesem Hintergrund ist der Einstieg der Traditionsmarke aus Bayern (!) in Dortmund nur zu begrüßen. Der Verbleib von Reus über den Sommer 2015 hinaus ist mit dem gestrigen Tag zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden.

Vorfreudentränen – oder: Warum der BVB 2014/15 Meister werden kann!

Triple 2013. Double 2014. Frühestermeisterallerzeiten.

Keine Frage, der FC Bayern München hat die schwarzgelben Spielzeiten 2010/11 und 11/12 so wütend wie eindrucksvoll gekontert und geht auch in die neue Saison als Top-Favorit. Aber: Die meisten Experten erwarten nach den Münchener Sololäufen der beiden zurückliegenden Jahre diesmal ein echtes, ein offenes, ein bis zum Schluss spannendes Titelrennen.

Zurecht!

Und sie erwarten den BVB als Hauptkonkurrenten des Rekordmeisters.

Zurecht!

Die Startvoraussetzungen . . .

. . . könnten besser sein. Alle reden derzeit vom immensen Verletzungspech des FC Bayern und den übergroßen WM-Strapazen der Münchener. Richtig ist: Die Ausfälle von Thiago Alcantara, Javi Martinez, Bastian Schweinsteiger und Rafinha schmerzen. Franck Ribery ist nun schon seit Monaten nicht richtig fit; Holger Badstuber hat nach zwei Kreuzbandrissen fast zwei Jahre lang nicht vor den Ball getreten. Zudem stecken Philipp Lahm, Jerome Boateng, Thomas Müller, Manuel Neuer und Arjen Robben die WM-Strapazen in den Knochen. Toni Kroos ist nach Madrid abgewandert. Könnte alles besser sein.

Aber!

So viel anders und vor allem besser sieht es bei Borussia Dortmund aktuell auch nicht aus. Die WM-Teilnehmer Mats Hummels und Roman Weidenfeller stießen so spät zum Kader, dass sie noch keine einzige Einsatzminute zu Buche stehen haben. Hummels hatte sich als WM-Souvenir obendrein muskuläre Probleme mitgebracht. Die drei anderen „Weltmeister“ Kevin Großkreutz, Erik Durm und Matthias Ginter stießen (freiwillig) etwas früher zum Kader und insbesondere Ginter hat im Supercup gegen die Bayern eine ganz starke Leistung gezeigt. Doch auch sie stehen noch nicht voll im Saft. Ein echtes Problem: Mit Ilkay Gündogan, Nuri Sahin und Oliver Kirch muss Trainer Jürgen Klopp vorerst drei Akteure für die Positionen 6 und 8 ersetzen. Marcel Schmelzers Verletzungsmisere aus der Vorsaison setzt sich offenbar fort – noch das kleinste Problem, weil mit Durm ein Weltmeister als „Back up“ bereit steht. Dafür fällt in der Offensive Dong-Won Ji vier Wochen aus; Adrian Ramos klagt über Knieprobleme und Ciro Immobile braucht noch Zeit, um das System Klopp zu lernen und umzusetzen. Dass auch Ramos und Immobile nach der WM erst später zum Kader stießen, hat ihre Integration nicht erleichtert.

Das Startprogramm:

Zugegeben, die Bayern haben es nicht leicht getroffen. Das Saisoneröffnungsspiel gegen den VfL Wolfsburg ist bereits ein echter Prüfstein und die folgende Aufgabe auf Schalke auch kein Selbstläufer. Gleiches gilt allerdings auch für den BVB. Der hätte zum Auftakt kaum einen undankbareren Gegner als Bayer Leverkusen erwischen können. Die Pillendreher haben schon 2013/14 vier von sechs Punkten gegen Dortmund geholt, sich personell teuer und gut verstärkt, leiden weniger unter den WM-Spätfolgen und haben – weil am vergangenen Dienstag in der CL-Qualifikation in Kopenhagen (erfolgreich) im Einsatz – bereits einen höheren Rhythmus.

Die Perspektive:

Trotzdem kann und wird Borussia Dortmund die favorisierten Bayern 2014/15 in der Liga wieder ernsthaft herausfordern. Weil . . .

. . . der BVB inzwischen auf allen Positionen mindestens doppelt und gleichwertig stark besetzt ist. In der Innenverteidigung buhlen mit Hummels, Ginter, Papa Sokratis und dem wieder genesenen Neven Subotic gleich vier Nationalspieler um zwei Plätze. Rechts in der Abwehrkette konkurrieren Großkreutz und Lukasz Piszczek, links Marcel Schmelzer und Erik Durm. Im Notfall kann Großkreutz auch dort aushelfen. Das zentrale Mittelfeld ist – wenn dann mal alle Spieler fit sind – ein echtes Prunkstück: Ilkay Gündogan, Nuri Sahin, Milos Jojic, Sebastian Kehl, Olli Kirch, Sven Bender. Eine Klassebesetzung – wie auch in der Offensive mit Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan, Pierre-Emerick Aubameyang, Ciro Immobile, Adrian Ramos, Jakub Blaszczykowski, Jonas Hofmann und Dong-Won Ji.

Die neuen Möglichkeiten:

In den zurückliegenden beiden Spielzeiten hechelte der BVB den Bayern vor allem deshalb meilenweit hinterher, weil dem Kader die Breite fehlte. Im direkten Duell und auch in vielen Champions-League-Spielen gegen Top-Klubs wie Real Madrid war die Borussia sehr wohl in der Lage, auf Augenhöhe zu agieren. Über die Gesamtstrecke einer Saison aber war der Substanzverlust zu groß und die Stabilität zu gering. Während die Bayern personell fast nach Belieben rotierten, ohne dass dies negative Auswirkungen auf ihre Ergebnisse gehabt hätte, ließ der BVB immer wieder mal Federn. Die langfristigen Ausfälle von Gündogan, Kuba, Subotic, Piszczek und das zwischenzeitliche Fehlen von Hummels und Schmelzer waren auf Dauer nicht zu kompensieren. Mit der größeren Dichte im Kader und dem wachsenden internen Konkurrenzkampf werden die Dortmunder personelle Rückschläge künftig besser verkraften können.

Ebenso wichtig: Das Spielermaterial, das Jürgen Klopp nun zur Verfügung steht, gibt eine weitaus größere taktische Flexibilität her. Gewiss, das 4-2-3-1 mit aggressivem Spiel gegen den Ball und schnellem Umschalten hatte Borussia Dortmund perfektioniert. 2010/11 und 11/12 war es innovativ und der Schlüssel zu den Titelgewinnen bei gleichzeitig spektakulär-attraktiver Spielweise. Auch in den Folgejahren trug es den BVB bis ins CL-Finale, ins DFB-Pokal-Endspiel und zu zwei Vizemeisterschaften. Will sagen: Auch für die bevorstehende Saison ist diese taktische Ausrichtung eine Erfolg versprechende Option. Der Nachteil ist, dass sich immer mehr Gegner immer besser auf das System Klopp eingestellt bzw. es kopiert haben.

Künftig kann und wird Jürgen Klopp daher taktisch variieren. In der Vorbereitung hat er mit dem 4-4-2 experimentiert – und zwar sowohl in der „flachen“ Variante als auch mit „Raute“. Jonas Hofmann, Milos Jojic und Marco Reus haben dabei vorgezogen zentral hinter/zwischen den Spitzen – wahlweise Immobile/Aubameyang oder Ramos/Aubameyang – agiert. Auch ein 4-3-3 ist denkbar. Je nach Gegner. Vielleicht sogar während des laufenden Spiels als Reaktion auf die aktuelle Spiel- und Ergebnissituation.

Die Prognose:

Die Bundesliga wird 2014/15 ein echtes Meisterschaftsrennen zwischen dem FC Bayern und dem BVB erleben. Entscheidung: erst auf der Zielgeraden. Die Münchener werden im Laufe der Saison erkennen und akzeptieren müssen, dass Lahm, Ribery (beide 31), Robben und Schweinsteiger (beide 30) nicht mehr stärker werden. Sie haben ihre beste Zeit vermutlich hinter sich. Dass Lahm und Ribery ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt haben, um sich auf den Klub zu konzentrieren, ist ein deutliches Signal: Beide wissen, dass sie nicht mehr parallel auf allen Hochzeiten auf höchstem Niveau tanzen können. Schweinsteiger und Ribery sind enorm verletzungsanfällig. Bei Schweinsteiger und Lahm stellt sich obendrein die Frage: Fallen sie möglicherweise mental in ein Loch, nachdem sie nun wirklich alles erreicht haben, was man als Fußballer erreichen kann? Robben wiederum, der in früheren Jahren verletzungsanfällig war, ist inzwischen fast schon beängstigend lange von muskulären und Rückenproblemen verschont geblieben. Lauter Unbekannte – was die These zulässt: Für Pep Guardiola wird es noch schwieriger als bisher ohnehin schon, dieses Superstar-Ensemble zu führen. Mario Götze wird Ansprüche stellen, Thomas Müller ohnehin. Und bei Robert Lewandowski droht jederzeit Ungemach von Seiten seiner Berater.

Beim BVB hingegen ist Luft nach oben. Zwei Neuzugänge des Sommers 2014 waren die großen Gewinner der Vorbereitung: Mkhitaryan und Aubameyang lassen hoffen, dass sie sich in der neuen Saison noch einmal deutlich steigern, vor allem aber kontinuierlicher auf Top-Niveau agieren können. Um Reus muss man sich ohnehin keine Sorgen machen; Jojic hat noch Steigerungspotenzial; mit Ginter hat Borussia in der Defensive erheblich an Qualität gewonnen. Und mit Ilkay Gündogan stößt in den nächsten Wochen ein Mann endlich wieder zum Team, der die Kugel seine Freundin nennt. Mal ganz ehrlich: Die Perspektive, Gündogan, Mkhitaryan und Reus gemeinsam im Mittelfeld zu erleben, muss jedem Fußball-Ästheten – ganz gleich, ob BVB-Fan oder nicht – die Vorfreudentränen in die Augen treiben. Bleibt letztlich als Unsicherheitsfaktor die Frage, ob und wie es gelingt, den Weggang von Lewandowski zu kompensieren. Prognose: Das kann nur im Verbund funktionieren. Immobile, Ramos, Reus, Mkhitaryan und Aubameyang haben allesamt das Potenzial, in einer Bundesliga-Saison 15 Tore zu erzielen. Plus x. Sie werden dieses Potenzial abrufen müssen. Gelingt ihnen das, ist alles drin. Sogar die Meisterschaft.

Plädoyer fürs Pfeifkonzert

Man könnte die Frage auch einfach ignorieren. Erstens, weil sie so dämlich ist. Und zweitens, weil deshalb nur die Zeitung mit den vier Großbuchstaben auf die Idee kommen konnte, sie überhaupt zu stellen:

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„Darf man WM-Held Mario Götze auspfeifen?“

Folgendes war vorausgegangen: Beim Spiel um den Supercup im Dortmunder Westfalenstadion hatten die Fans des BVB die Einwechselung und fortan auch jeden Ballkontakt des Bayern-Profis mit einem gellenden Pfeifkonzert begleitet. Sie haben ihrem einstigen Liebling eben nicht verziehen, dass er nach der Saison 2012/13 für die festgeschriebene Ablösesumme von 37 Millionen Euro nach München wechselte. Sie haben es ihm deshalb nicht verziehen, weil er wenige Wochen zuvor noch erklärt hatte, er könne sich durchaus vorstellen, beim BVB in Fußball-Rente zu gehen. Und weil sein Wechsel seinerzeit ausgerechnet vor dem wichtigen Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid publik wurde. Wofür Götze zwar gar nichts konnte – vielmehr hatten Bayern-Verantwortliche die Info bewusst zu diesem Zeitpunkt gestreut, um im Umfeld der Dortmunder Unruhe zu schüren. Dennoch ist Mario Götze seither an der Strobelallee eine persona non grata und für jeden echten BVB-Anhänger ein rotes Tuch. Das wird auch so bleiben. Die Annahme, er sei jederzeit rückhol-, als „verlorener Sohn“ mühelos vermittelbar und würde in diesem Fall umgehend wieder von den Fans gefeiert, ist kühn.

Aber das ist hier nicht das Thema. Sondern die Frage aus der BILD: Darf man Götze, der Deutschland mit seinem Treffer in der Verlängerung des WM-Finals gegen Argentinien zum vierten Stern und ein ganzes Land damit in den schwarzrotgeilen Himmel schoss; darf man einen solchen Helden auspfeifen?

In Dortmund könnte man die Fans auch fragen: Darf man Bier trinken? Darf man Bauchfleisch grillen? Darf man blau doof finden? Die Antwort ist klar: Man darf nicht, man muss!

Denn erstens: Nationalmannschaft ist Nationalmannschaft und Bundesliga ist Bundesliga.

Zweitens: Die engere Fanszene der Fußball-Bundesligisten, die aktiven Fans also; die, die für die Stimmung in den Stadien sorgen und ihre Teams auch auswärts begleiten, hat mit der Nationalmannschaft herzlich wenig am Hut. Viele gucken gar nicht zu, wenn Jogis Jungs bei EM, WM oder in irgendwelchen Freundschaftsspielen herumknödeln, von denen dann schlimmstenfalls auch noch die besten Spieler der Klubs verletzt zurückkehren. Ihnen käme niemals in den Sinn, Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder Jerome Boateng, die sie noch beim DFB-Pokalfinale im Mai in Berlin in die Fußball-Hölle gewünscht haben, wenige Tage später toll zu finden, nur weil sie im „Campo Bahia“ den Bundesadler auf der Brust tragen und gemeinsam mit Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Roman Weidenfeller und Erik Durm eine WG von nationalem Interesse bilden. Dieses ganze post-weltmeisterliche „piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb“-Gesumse von den 23 ziemlich besten Freunden, ist ihnen suspekt. Und wenn der Kevin (Großkreutz) und der Basti (Schweinsteiger) plötzlich die dicksten Facebook-, Twitter- und Instragram-Buddies sind, wissen diese Fans genau: Spätestens, wenn der Kevin und der Basti in der Liga im realen Zweikampf aufeinander treffen, ist Schluss mit lustig. Dann krachen notfalls die Schienbeinschoner.

Drittens: Wenn Mario Götze, der in diesem Fall ja nur stellvertretend für Reizfiguren in der gegnerischen Mannschaft steht, in Dortmund nicht mehr ausgepfiffen werden darf. Darf dann auch Großkreutz auf Schalke nicht mehr ausgepfiffen werden? Dürfen Kölner und Gladbacher, Bremer und Hamburger, Bayern und Nürnberger keine Rivalitäten mehr pflegen? Oder gilt ein Auspfeif-Verbot nur für verdiente Helden des DFB.? Also Weltmeister-Macher wie Mario Götze. Aber nicht für Sami Khedira, weil der im Finale ja verletzt passen musste. Oder doch für alle Kader-Mitglieder, auch die, die gar nicht gespielt haben? Was dem Neu-Dortmunder Matthias Ginter für seine Rückkehr nach Freiburg schon jetzt eine Auspfeif-Freiheit garantieren würde?  

Auspfeifen ist Fankultur

Was für eine scheinheilige Diskussion! Auspfeifen gehört zum Fußball – und zwar bis hinunter in die Kreisliga. Mehr noch: Pfeifen ist Fankultur. Wenn wir das Pfeifen einstellen, sind im Dortmunder Stadion auch künftig weiterhin Spiel für Spiel 80.667 Zuschauer. Menschen also, die zum Fußball gehen, um zuzuschauen. Aber keine Fans mehr. Menschen also, die zum Fußball gehen, um sich am Spiel zu beteiligen. Um die eigene Mannschaft anzufeuern, den Gegner einzuschüchtern und das Schiedsrichtergespann zu beeinflussen. Zuschauer, die ihr Team in die Spur brüllen, wenn’s nicht rund läuft oder den Unterschied machen, wenn’s eng wird. Wenn wir das Pfeifen einstellen, wird es leise und langweilig. Und irgendwann werden dann auch die zuschauenden Zuschauer ausbleiben, weil ihnen aufgeht, dass sie nicht nur gerne den Kickern auf dem Rasen, sondern auch dem Spektakel auf den Rängen zuschauen. Und zuhören. Wenn sie schon nicht selber mitmachen. 

Große Spieler ziehen Nutzen aus dem Pfeifkonzert

Ganz nebenbei: Die Spieler selbst, jedenfalls die großen und souveränen unter ihnen, können mit solchen Pfeifkonzerten gut leben. Sie ziehen sogar Nutzen daraus, indem sie sich zusätzlich motivieren. Ein Spieler, der gegen ein solches Pfeifkonzert anspielt (wie Götze in der vergangenen Saison, als er beim Stand von 0:0 eingewechselt wurde und das vorentscheidende 1:0 erzielte, oder Olli Kahn, der Jahr ein, Jahr aus vor dem Anpfiff stets mehrere Kilogramm Bananen in seinem Strafraum einsammelte) wird von den eigenen Fans um so mehr geliebt und von den Medien ob seiner Nervenstärke und Coolness um so mehr gefeiert.

Gemein? Fies? – Fußball!

Übrigens: Lange bevor die BVB-Fans Mario Götze ausgepfiffen haben, sangen die Bayern-Fans voller Häme „Ohne Schmelzer fahr’n wir zur WM“. Gemein, oder? Und hätte Marco Reus nicht verletzungsbedingt gefehlt, dann hätten sie auch gesungen: „Ohne Reus fahr’n wir zur WM.“ Das ist fies, ja. Aber das ist Fußball. Und wenn Schmelzer und Reus richtig coole Jungs sind, dann hauen sie den Bayern beim nächsten Aufeinandertreffen einfach die Kugel ins Netz.