Drehbuch für den perfekten BVB-Samstag

Mal unter uns Schwarzgelben: Lustig geht anders!

Erst muss Nuri Sahin unters Messer.

Dann erleidet Jakub Blaszczykowski, kurz bevor er nach Kreuzbandriss und Reha ins Team zurückkehren soll, einen muskulären Rückschlag – bis zu sechs Wochen Pause.

Marco Reus zieht sich, erneut im Nationalmannschafts-Einsatz, in der Nachspielzeit des Schottland-Spiels eine Fußverletzung zu und fällt voraussichtlich für vier Wochen aus – in dieser Zeit spielt der BVB u.a. in der Champions League gegen den FC Arsenal und in der Liga auf Schalke. Keine 48 Stunden später wird Ciro Immobile im Nationalmannschafts-Einsatz in der Nachspielzeit mit der Trage vom Platz gebracht: Hüftprellung! Mats Hummels hat aufgrund von muskulären Problemen, die er von der WM mitgebracht hat, also – genau – vom Nationalmannschafts-Einsatz, seit dem Finale im Maracana keine Einsatzminute mehr bestritten. Da fragt man sich doch allmählich: Wer zahlt eigentlich die Gehälter der Spieler: die nationalen Verbände? Und wer zahlt den Schaden, wenn der BVB seine Saisonziele verpasst, weil ein Leistungsträger nach dem anderen verletzt von seiner Nationalelf zurückkehrt: der DFB? Wohl eher nicht.

Mal unter uns Schwarzgelben: Das Leben in diesen Tagen und Wochen ist ein einziges schreckhaftes Zusammenzucken. Wir zucken zusammen, wenn wir via Twitter vernehmen, dass Henrikh Mkhitaryan, natürlich im Nationalmannschafts-Einsatz, nach einem Zusammenprall mit dem gegnerischen Torwart vorzeitig den Platz verlassen und dass Shinji Kagawa, ja, jetzt also auch schon #welcomehomeshinji, vorzeitig das Training beenden musste – nach einem Griff an die Leiste. Wir schlafen schlecht oder gar nicht, wenn wir den Satz vernehmen, dass „ein MRT/eine Kernspintomographie morgen Aufschluss über die schwere der Verletzung geben soll“ und wir bekommen spontanen Ausschlag, wenn Bundestrainer Jogi Löw mit all seiner medizinischen Kompetenz prophezeit, bei Marco Reus werde es wohl nicht ganz so schlimm sein wie zuletzt im Juli. Zugegeben, schlimmer als eine WM zu verpassen, bei der die Teamkollegen dann auch noch den Titel gewinnen, geht’s ja wohl auch nicht.

Wir lesen mittlerweile täglich, dass Spieler xyz „individuell trainiert“ hat – und wissen: Das ist nur die Umschreibung für „konnte nicht mit der Mannschaft trainieren“. Wir warten auf den Tag, an dem Borussia Dortmund ein neues Trainingsgelände gleich neben dem Knappschaftskrankenhaus baut. Oder das Knappschaftskrankenhaus seine Orthopädie von Wambel direkt ans Trainingsgelände des BVB in Brackel verlegt. Pressekonferenzen mit Trainer Jürgen Klopp dauern seit einigen Wochen doppelt so lange wie normalerweise, weil sie stets mit einem mehrminütigen medizinischen Bulletin beginnen.

Wir wollen, dass das aufhört! Sofort!!!

Wir wollen endlich mal wieder NUR Fußball und NUR positiv.

Deshalb hier das Drehbuch für das Heimspiel gegen den SC Freiburg (bitte auswendig lernen):

15.23 Uhr: Nachdem die letzten Töne von „You’ll never walk alone“ verklungen sind, brüllt Norbert Dickel die Mannschaftsaufstellung des BVB ins Mikro. Er endet „mit der Nummer 37 Eriiiiiik“ – die Fans ergänzen „Duuuurm“. Da fällt Nobbie plötzlich ein, dass er einen Spieler vergessen hat. Schnell schiebt er nach: „Erstmals nach seiner Rückkehr aus Manchester heute wieder dabei mit der Nummer 7 Kaaaaaa-gaaaaaa-waaaaaa“ – und 75.000 brüllen „Shinjiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!“ Das Westfalenstadion wackelt bedenklich, bleibt überraschenderweise aber stehen.

15:30 Uhr: Schon zehn Sekunden gespielt und immer noch kein Gegentor. Läuft!

15:irgendwas Uhr: Kagawa auf Immobile, Immobile müsste schießen, Immobile schießt. Tor!

16:irgendwas Uhr: Mkhitaryan auf Kagawa, Kagawa müsste schießen, Kagawa schießt. Tor!

16:17 Uhr: Halbzeit. Der BVB führt mit 2:0. Hans-Joachim Watzke und Marco Reus geben Reus’ vorzeitige Vertragsverlängerung bekannt. Bis 2019. Ohne Ausstiegsklausel. 75.000 singen „Wir sind alle Dortmunder Jungs“ und „ . . . es gibt nie, nie niiiiiiiiie einen anderen Verein“. Das Westfalenstadion wackelt bedenklich, bleibt überraschenderweise aber stehen.

16:irgendwas: Borussia Dortmund erhöht auf 3:0. Torschütze – mir doch egal.

17:irgendwas: Borussia Dortmund erhöht auf 4:0. Torschütze – auch egal.

17:09 Uhr: Jürgen Klopp wechselt Ilkay Gündogan ein. Sein erster (Kurz-)Einsatz nach zwölfmonatiger Verletzungspause. Gündogan strahlt übers ganze Gesicht. 75.000 auf den Tribünen drehen völlig durch. Das Westfalenstadion wackelt bedenklich, bleibt überraschenderweise aber stehen.

17:10 Uhr: Mkhitaryan auf Kagawa, Kagawa auf Gündogan, Gündogan müsste schießen, Gündogan . . . . stopp, stopp, stopp, lasst uns realistisch bleiben!

17:19 Uhr. Abpfiff.

17:19 Uhr: Der VfB Stuttgart hat in München mit 2:1 gewonnen. Siegtorschütze: Moritz Leitner in der Nachspielzeit.

20:19 Uhr: Borussia Mönchengladbach hat gegen Sch*** mit 2:1 gewonnen.

(Die Regie wird gebeten, sich exakt an das Drehbuch zu halten)

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