105 Jahre BVB – eine Erinnerung an das Geburtstagsspiel: Heiße Schauer bei klirrender Kälte

Am 19. Dezember 2014 wird Borussia Dortmund 105 Jahre alt. Und während ein Team um Marc Quambusch, Jan-Henrik Gruszecki und Gregor Schnittker gerade die Dreharbeiten für den Film um Gründer Franz Jacobi abgeschlossen hat („Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB“, Premiere Mitte März 2015, Info: http://franz-jacobi.de, Kino-Trailer: http://goo.gl/cLk35h), möchte ich noch einmal an das 100-Jährige am 19. Dezember 2009 erinnern. Ich habe das Kapitel aus meinem Buch „Jetzt muss ein Wunder her – die 25 größten Spiele im Fußball-Tempel des BVB“ als Blogbeitrag eingestellt. Das ganze Buch gibt’s hier:

http://goo.gl/QLOC52 und hier

http://goo.gl/0WKSn5

Und jetzt viel Spaß beim Lesen!

Borussia Dortmund – SC Freiburg 1:0 (1:0)g

(19. Dezember 2009, 17. Bundesliga-Spieltag)

„Kalt“ wäre nun wirklich nicht das richtige Adjektiv. Es war nicht kalt am 19. Dezember 2009. Es war schweinekalt. Oder noch genauer: oberschweinekalt. Die Quecksilbersäule im Thermometer zeigte bei Spielbeginn zwölf Grad. Minus zwölf Grad. Bei Spielende mag es noch etwas kälter gewesen sein, und in der Erinnerung der 80.100 Zuschauer, die live dabei waren, als der ruhmreiche BVB am Tag seines 100. Geburtstages den SC Freiburg empfing, kommt mit jedem Jahr ein weiteres Minusgrad hinzu.

Rückblende:

Ein Jubiläumsspiel hatte sich die Borussia auf den Tag genau vier Monate vorher, am 19. August 2009, bei deutlich milderen Temperaturen gegönnt. Gegen Real Madrid. 75.000 Zuschauer bildeten dabei die größte Freundschaftsspiel-Kulisse der Bundesliga-Geschichte. Esteban Granero (3.), Arjen Robben (48.), Gonzalo Higuain (73.), Kaka (76./Foul-11m) und Cristiano Ronaldo (89.) sorgten für einen 5:0 (1:0)-Kantersieg der Spanier, in deren Reihen der Ex-Dortmunder Christoph Metzelder bei seiner Rückkehr an die Strobelallee gefeiert wurde. Es war, bevor er das königsblaue Trikot des FC Schalke 04 überstreifte.

Nun also das echte Jubiläums-, das Geburtstagsspiel. Es war oberschweinekalt, und das erste Duell war bereits entschieden, bevor Schiedsrichter Peter Sippel die beiden Mannschaften um 15.30 Uhr auf den Platz führte: Die Rasenheizung hatte es gegen den Frost verloren. Das Spielfeld war knüppelhart gefroren, ein reguläres Fußballspiel im Grunde gar nicht möglich. An jedem anderen Tag wäre die Partie vermutlich abgesagt worden – aber wer hätte es wagen wollen, d i e s e s Spiel abzusagen?! An d i e s e m Tag. Bei d i e s e m Programm, an dem die Fangruppen und der BVB im Vorfeld monatelang getüftelt und gewerkelt hatten.

Insbesondere den Mitgliedern von „Jubos“ und „The Unity“ war es zu verdanken, dass die Fans an diesem Tag trotz klirrender Kälte wieder und wieder heiße Schauer überliefen. Monate vorher hatten sie damit begonnen, Spenden zur Finanzierung einer Choreographie historischer Güte einzusammeln. Seit August hatten sie in hunderten Arbeitsstunden gemalt, geklebt, gebastelt. Das Ergebnis war spektakulär – und unmittelbar vor Spielbeginn zu bestaunen. Zu den Klängen von „Leuchte auf mein Stern Borussia“ zogen die Anhänger eine riesige Plane mit dem BVB-Logo über die gesamte Breite und Höhe der Südtribüne. Und dann zogen sie an einer Seilkonstruktion vor der Silhouette der Stadt Dortmund eine überdimensionale Ansammlung schwarz-gelber Helden hinter dem Tor in die Höhe. Darunter Gründervater Franz Jacobi, Spieler wie August Lenz, Lothar Emmerich, Norbert Dickel und Michael Zorc – Lars Rickel reckte den Champions-League-Pokal in die Höhe, „Aki“ Schmidt den DFB-Pokal, Wolfgang Paul den Europacup der Pokalsieger, und über allen schwebte gleichermaßen, mit der Meisterschale in der Hand, Alfred „Adi“ Preißler.

Ganzkörpergänsehaut.

Das Spiel, das der BVB in goldfarbenen Trikots bestritt, die den „Flutlicht-Trikots“ vom legendären 5:0 über Benfica Lissabon aus dem Jahr 1963 nachempfunden waren, hatte nicht den Heizwert des Drumherum. Kevin Großkreutz scheiterte in der elften Minute mit der ersten klaren Chance an Freiburgs Keeper Simon Pouplin. In der 19. Minute war es abermals der Ur-Evinger, der mit Marcel Schmelzer Doppelpass spielte, und die präzise Flanke des Linksverteidigers köpfte Lucas Barrios aus fünf Metern Entfernung zum 1:0 ins Tor. Viel mehr passierte nicht. In der zweiten Halbzeit waren ein nicht gegebener Elfmeter nach Foul von Pouplin an Großkreutz und das Comeback von Dede nach mehrwöchiger Verletzungspause schon die Höhepunkte. Immerhin: Durch den Sieg kletterte die Borussia zu Weihnachten auf Platz fünf der Tabelle und damit in die Europa-League-Ränge. Exakt dort lief das Team von Jürgen Klopp auch bei Saisonende ein und qualifizierte sich für den internationalen Wettbewerb.

Warm ums Herz und sogar in den zwischenzeitlich eingefrorenen Zehenspitzen wurde den Fans wieder nach dem Schlusspfiff. Unter einem gigantischen weißen Ballon, der über dem Mittelkreis schwebte und als Projektionsfläche für eine Lasershow mit historischen Szenen diente, sang der eigens gecastete BVB-Jahrhundertchor, spontan verstärkt durch Kevin Großkreutz, die eigens komponierte Jubiläumshymne:

Das Fußballherz schlägt hier – Bee-vau-bee,

schon seit hundert Jahren;

in Schwarz und Gelb steh’n wir,

hier steh’n wir – Bo-rus-siaaa!“

Ganzkörpergänsehaut

Pyrotechnik, Funkensprühen, Feuerwerk – und dann wurde es noch einmal laut, als die ganze Mannschaft zum Chor stieß und die 80.100 mit wahrer Inbrunst „Heja, BVB!“ anstimmten.

Ist das Spiel gewonnen,

dann kann man es versteh’n;

der BVB, der BVB

wird niemals untergeh’n.“

Ganzkörpergänsehaut

Für einige Tausend Fans waren die Geburtstagsfeierlichkeiten damit noch lange nicht beendet. Sie wechselten vom Signal Iduna Park direkt in die Westfalenhalle zur 100-Jahr-Gala mit vielen ehemaligen BVB-Stars, mit Comedian Atze Schröder, Entertainer Udo Jürgens. Mit noch einmal „Leuchte auf mein Stern Borussia“ und noch einmal dem Jahrhundertchor. Ein Abend mit Momenten, die vielen Fans Tränen der Rührung in die Augen trieben. Ein Abend mit ohne Ende . . .

. . . Ganzkörpergänsehäuten

Wie Borussias Fans die 100-Jahr-Feier im Stadion empfunden haben.

(Quelle: Kommentare zum Video, das schwatzgelb.de bei Youtube hochgeladen hat)

„Mein Gott, ist das toll. 😮 Wahnsinn!“

(Marvelous Effect)

„Das war der geilste Moment in meinem BVB-Leben!!!“

(bvb190998)

„Gott, war das kalt an diesem Tag. Minus 12 Grad. Aber nach der Show war mir warm wie sau.“

(Schass)

„Von diesem Tag werde ich noch meinen Enkelkindern erzählen. 100 Jahre echte Liebe.“

(borussiabvb09)

„Das ‚Heja, BVB!’ am Ende war einfach nur saulaut und emotional.“

(DaShaker1000)

„Schade, dass ich die 200 nicht mehr miterlebe.“

(Dustin S)

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Die alte Dame klingelte zur falschen Zeit

Juve also. Juventus Turin vs. Borussia Dortmund. Ein Europapokal-Klassiker der 1990er Jahre erlebt im Achtelfinale der Champions-League-Saison 2014/15 einen frischen Aufguss. Jener Klub, der seinerzeit im italienischen Fußball das Maß aller Dinge war und es nach (Bestechungs-)Skandalen, Zwangsabstieg und Wiederaufstieg inzwischen wieder ist, fordert jenen Klub heraus, der ihn damals fast leer gekauft hat. Stefan Reuter, Andreas Möller, Julio Cesar, Jürgen Kohler, Paulo Sousa – sie alle wechselten in der ersten Hälfte der 90er Jahre von Juventus zur Borussia. Mit dem einen, dem schönen Ergebnis, dass der BVB die „alte Dame“ Juve im CL-Finale 1997 besiegte. Und mit dem anderen, dem unschönen Ergebnis, dass Borussia wenige Jahre später quasi pleite war.

Die Geschichte der UEFA-Cup-Endspiele 1993 zwischen Juve und dem BVB könnt Ihr, reich bebildert, in meiner Westfalenstadion-Hommage „Jetzt muss ein Wunder her – Die 25 größten Spiele im Fußball-Tempel des BVB“ nachlesen. Bestellen könnt Ihr das Buch unter den folgenden beiden Links. Wem die nackte Version reicht, der muss hier nur weiterlesen . . .

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Bor. Dortmund – Juventus Turin 1:3 (1:2)

(5. Mai 1993, UEFA-Pokal-Finale, Hinspiel)

Lediglich zweimal war Dortmunds Fußball-Oper in vier Jahrzehnten Schauplatz eines europäischen Endspiels. Das erste und einzige mit Beteiligung von Borussia Dortmund stieg am 5. Mai 1993. Es war zugleich der Auftakt zu einer Trilogie zwischen dem BVB und Italiens alter Dame Juventus Turin.

93 – 95 – 97

Im Rhythmus von zwei Jahren standen sich die beiden Klubs Mitte der 1990er dreimal auf höchstem Niveau gegenüber. 1993 setzte Juve sich in den damals noch zwei Finalspielen des UEFA-Cups, dem Vorgänger der heutigen Europa League, deutlich durch. 1995 im Halbfinale desselben Wettbewerbs war es erheblich enger. Und wieder hieß der Sieger Turin. Doch aller guten Dinge sind bekanntlich drei – und so entschied der BVB 1997 das hochwertigste der drei Duelle, das Endspiel der Champions League, für sich.

Im Mai 1993 war der BVB, der sich durch die Vizemeisterschaft gleich im ersten Jahr unter Trainer Ottmar Hitzfeld für den Wettbewerb qualifiziert hatte, letztlich nicht bereit für eine Herausforderung dieser Größenordnung. Das Team kroch personell auf dem Zahnfleisch. Matthias Sammer, im Winter von Inter Mailand an die Strobelallee gekommen, war international noch nicht für Borussia spielberechtigt. Stammlibero Ned Zelic war verletzt und musste durch Amateur Uwe Grauer ersetzt werden. Der war in den zehn UEFA-Cup-Spielen bis zum Finale zwar schon dreimal zum Einsatz gekommen – allerdings in Summe gerade einmal 22 Minuten: sechs gegen Celtic Glasgow, eine gegen AS Rom, 15 gegen AJ Auxerre. Und nun sollte er gegen eine der spielstärksten Offensivreihen Europas eine Abwehr organisieren, die völlig neu formiert war. Denn auch Michael Schulz und Günter Kutowski fehlten. „Kutte“ war vom europäischen Verband gleich für beide Finals gesperrt worden, weil er im Halbfinale gegen AJ Auxerre zunächst seine zweite gelbe Karte im Wettbewerb und anschließend auch noch Gelb-Rot gesehen hatte. Da Hitzfeld in der Offensive auch Flemming Povlsen ersetzen musste, sanken die Chancen auf den ersten internationalen Titel seit 1966 schon im Vorfeld auf ein rechnerisches Minimum.

Jammerschade, denn der BVB hatte bis dahin eine wirklich tolle Europapokal-Saison gespielt und sich den Finaleinzug redlich verdient. Dem standesgemäßen Erstrundensieg gegen die maltesischen Feierabend-Kicker des FC Floriana (1:0/A, 7:2 H) folgten ein umkämpftes Duell gegen Celtic Glasgow (1:0/H, 2:1/A) und ein Drittrunden-Erfolg gegen Real Saragossa, der letztlich souveräner war, als es die Ergebnisse (3:1/H, 1:2/A) zum Ausdruck brachten. Im Viertelfinale gegen AS Rom (mit dem deutschen Nationalspieler und späteren Dortmunder Thomas Häßler) drehte Borussia die 0:1-Auswärtsniederlage im Rückspiel vor eigenem Publikum mit 2:0 um (Tore: Michael Schulz, Thomas Sippel). Im Halbfinale schließlich legten sie gegen AJ Auxerre ein 2:0 vor. Steffen Karl (59.) und Michael Zorc (88.), der wenige Minuten zuvor noch mit einem Elfmeter am französischen Schlussmann Bruno Martini gescheitert war, schossen die Tore.

Das Rückspiel entwickelte sich zu einem der größten Dramen der schwarz-gelben Europacup-Historie. Auxerre ging früh in Führung und erzwang in der zweiten Halbzeit die Verlängerung. In der flog erst Günter Kutowski mit Gelb-Rot vom Platz (98.), neun Minuten später erwischte es auch AJ-Akteur Raphaël Guerreiro. Tore fielen auch bei Zehn-gegen-Zehn nicht mehr. Elfmeterschießen also – und auch das musste, nachdem die ersten zehn Schützen allesamt verwandelt hatten (Karl, Stephane Chapuisat, Knut Reinhardt, Schulz und Zorc für den BVB) in die Verlängerung. Dort traf Michael Rummenigge für die Westfalen, und Torwart Stefan Klos parierte gegen Stephane Mahé. Riesenjubel bei den Dortmundern, Riesenjubel auch in Dortmund, wo 20.000 Fans den Elfmeter-Krimi vor einer Großleinwand auf dem Friedensplatz verfolgten.

Und nun also Juventus Turin. Mit Trainerfuchs Giovanni Trapattoni. Mit dem Ballkünstler Roberto Baggio, den die UEFA später zu Europas Fußballer des Jahres 1993 kürte. Mit Dino Baggio. Mit Gianluca Vialli. Zwar nicht mehr mit Stefan Reuter, der ein Jahr zuvor bereits zum BVB gewechselt war. Dafür aber mit drei Spielern, die in den folgenden Jahren ebenfalls noch zum BVB wechseln sollten: Andreas Möller, Julio Cesar, Jürgen Kohler. Borussia Dortmund und Juventus Turin – das war in den 1990er Jahren nicht nur eine sportliche Rivalität, sondern auch eine florierende Geschäftsbeziehung. Der BVB-Vorstand Niebaum/Meier kaufte gerne bei den Norditalienern ein.

Das Duell wurde zu einer einseitigen Auseinandersetzung. „Wir hätten auch in Bestbesetzung Probleme gehabt“, räumte Ottmar Hitzfeld später ein. Das Improvisationstheater-Ensemble, das er im Hinspiel vor 37.000 Zuschauern auf den Platz schicken musste, hatte aber nicht nur Probleme. Es hatte Riesenprobleme. Wobei: nicht von Anfang an. Im Gegenteil. Der BVB erwischte einen Blitzstart, ging nach nur 61 Sekunden und feiner Vorarbeit von Reinhardt durch Rummenigge in Führung, setzte seinen Sturmlauf auch danach noch eine Weile fort. Wer weiß, ob Juve sich von dem Schock erholt hätte, wenn Michael Lusch das 2:0 gelungen wäre – der Ball strich um Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

Hätte – wäre – wenn. Tatsächlich reichten den gnadenlos abgezockten Italienern drei Minuten, um das Finale zu ihren Gunsten zu kippen. Dino Baggio glich aus (27.), Roberto Baggio, mit seinem Namensvetter übrigens weder verwandt noch verschwägert, brachte die Gäste nach einer halben Stunde in Führung und legte eine Viertelstunde vor Schluss nach – 1:3. Der Drops war damit im Grunde schon gelutscht. „Die beiden Super-Baggios waren einfach nicht zu halten“, schwärmte die „Gazzetta dello Sport“. Und während Bundestrainer Berti Vogts höflich konstatierte, „ein 2:2 wäre auch gerecht gewesen“, gaben sich die Schwarz-Gelben realistisch. „Juve war eine Nummer zu groß“, sagte Torwart Klos. Manager Meier hatte Turin „eine Klasse besser“ gesehen. Und Trainer Hitzfeld musste einräumen: „Wir sind eiskalt ausgekontert worden.“

Vor dem Rückspiel im Stadio delle Alpi mussten dann auch Zorc und Chapuisat verletzungsbedingt passen. Noch vor der Pause erwischte es zudem Rummenigge. Es fehlte nicht viel, und Hitzfeld hätte Fußlahme mit Gehhilfe oder Rollator einwechseln müssen. Allerletzte Zweifel am Sieger räumte Dino Baggio nach nur fünf Minuten aus; kurz vor der Pause erhöhte er auf 2:0 – und ausgerechnet Möller, der Ex- und Bald-wieder-Dortmunder, setzte den Schlusspunkt (65.). Den 4.000 mitgereisten Fans war’s wurscht. Auch der Dauerregen störte sie nicht. Sie feierten trotzdem.

1:3 + 0:3 = 1:6. Die Endspiel-Gleichung war beinahe schon Mitleid erweckend. „Wir haben Juventus Turin, diese absolute Klassemannschaft, mit unserem ersatzgeschwächten Team definitiv zum falschen Zeitpunkt erwischt“, haderte Hitzfeld, der sich sein erstes ganz großes Finale natürlich anders vorgestellt hatte.

Als der BVB 1994/95 im UEFA-Cup-Halbfinale erneut auf Turin traf, hatten nach Reuter auch Möller und Cesar die Seiten gewechselt. Allein Kohler spielte noch für Juve. Möller war es auch, der Borussia im Hinspiel in Italien in der 71. Minute mit 2:1 in Führung brachte; Kohler glich zwei Minuten vor dem Schlusspfiff aus. Im Rückspiel war Cesar zum zwischenzeitlichen 1:1 für Dortmund erfolgreich. Doch wiederum war es Roberto Baggio, der mit seinem 2:1-Siegtor Juve ins Finale und Borussia aus dem Wettbewerb schoss. Und so fehlt der UEFA-Cup bis heute im Trophäenschrank des BVB.

Weidenfeller, Langerak und das Leistungsprinzip

Es ist noch keine sechs Wochen her, da machten ein paar Medien einfach mal ein Fass auf: Der BVB, so die Stoßrichtung, plane bereits die Zeit nach Roman Weidenfeller – und liebäugle daher mit einer Verpflichtung von Kölns Keeper Timo Horn. Oder von Frankfurts Keeper Kevin Trapp. Oder von Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler. Oder von Hoffenheims Keeper Oliver Baumann. Oder von Freiburgs Keeper Roman Bürki. Oder . . . oder . . . oder. Als (fast) alle Zeitungen, TV-Kanäle und Online-Plattformen das Thema, das keines war, ordentlich durchgenudelt hatten, war so ziemlich jeder Torwart mit dem BVB in Verbindung gebracht worden, der glücklicherweise zwei Hände mit jeweils fünf Finger hat und obendrein über das motorische Geschick verfügt, sich Handschuhe darüber zu ziehen.

Zorc: „Ich weigere mich, eine Torwart-Diskussion zu führen“

Seit dem vergangenen Freitag wird eine andere, eine neue Diskussion geführt. Am vergangenen Freitag nämlich, im so-called „Schicksalsspiel“ gegen die TSG 1899 Hoffenheim, lief der Tabellenletzte Borussia Dortmund mit Mitch Langerak anstelle von Roman Weidenfeller auf. Jener Langerak, der in den Phantasiegeschichten der Vorwochen übrigens nur die Nebenrolle eines ewigen zweiten Mannes gespielt hatte, dem die Verantwortlichen von Borussia Dortmund wohl kaum zutrauten, jemals die Nummer eins zu werden. Das ging so lange, bis der „Kicker“ Ende November in der ihm eigenen Unaufgeregtheit den BVB-Sportdirektor Michael Zorc mit dem Satz zitierte, er weigere sich, eine Torwart-Diskussion zu führen, weil man ja schließlich „zwei der besten Torhüter der Liga unter Vertrag“ habe. Das Fachmagazin vermeldete sogar – und das macht der „Kicker“ für gewöhnlich nur, wenn er sich sehr sicher ist –, dass der 26-jährige Langerak den 34-jährigen Weidenfeller mittelfristig beerben soll.

Dass der Australier gegen Hoffenheim plötzlich zwischen den Pfosten stand, weil Jürgen Klopp „sein Lächeln auf dem Platz haben“ wollte (mit anderen Worten“: auf seine positive Ausstrahlung setzte), bedeutet noch lange nicht, dass aus dem „mittelfristig Beerben“ ein „sofort Beerben“ wird. Genau die Diskussion aber erhitzt seit Tagen die Gemüter. „Weidenfeller aufs Altenteil?“ – „Weidenfeller ausgemustert?“ – „War’s das für Weidenfeller?“ – so lauten die klick-trächtigen Schlagzeilen. Zudem wird heftigst darüber debattiert, ob es hygienisch in Ordnung war, dass Klopp seinen Weltmeister nicht unter vier Augen, sondern erst in der Mannschaftssitzung informiert hat. Kann man führen, diese Diskussion. Allerdings sollte sie dann nicht von ehemaligen Durchschnitts-Torhütern wie Gerry Ehrmann geführt werden, der am BVB ungefähr so nah dran ist wie Gibraltar an der Qualifikation für die EM 2018. Und auch nicht von Peter Neururer, der  . . . ach, lassen wir das. Der Peter hat’s gerade heute schon schwer genug.

Sportlich war der Wechsel richtig

Eine Diskussion, die man nicht nur führen KANN, sondern führen MUSS, ist die sportliche – und die kommt einmal mehr zu kurz. War der Torwartwechsel gegen Hoffenheim gerechtfertigt? Die Antwort lautet: allemal! War er vielleicht sogar nötig? Die Antwort lautet: offenbar ja! Denn Klopps Hinweis, Weidenfeller sei „nichts vorzuwerfen“, ist nett. Aber falsch.

Richtig ist: Roman Weidenfeller spielt bisher keine gute Saison. Auch wenn sein „Kicker“-Notendurchschnitt mit 2,96 (zum Vergleich: in den Meisterjahren 2010/11 und 11/12 lag er bei 2,76 bzw. 2,80) immer noch vergleichsweise okay ist. Nicht falsch verstehen, der Routinier ist ein toller Torwart. Auf der Linie sowieso. Im Duell Mann-gegen-Mann war er in den vergangenen Jahren einer der besten in ganz Europa. Sein Anteil an den Erfolgen von Borussia Dortmund in der Ära Jürgen Klopp ist maximal. In den beiden Meisterjahren war er der Rückhalt, und ohne Weidenfeller hätte der BVB das Champions-League-Endspiel 2013 wohl nicht erreicht. Dass Bundestrainer Joachim Löw, der dem Dortmunder lange Jahre die kalte Schulter gezeigt hatte, irgendwann nicht mehr an ihm vorbei konnte und ihn sogar als Nr. 2 in den WM-Kader berief, spricht für sich. Nur zur Erinnerung: Als sich Manuel Neuer im DFB-Pokal-Finale 2014 verletzte und eine zeitlang nicht ganz klar war, ob er rechtzeitig fit werden würde, sah es sogar so aus, als würde die DFB-Elf mit Roman Weidenfeller im Tor zumindest in das Turnier starten. Und wenn ich mich recht erinnere, gab es niemanden, der bei dem Gedanken daran sonderlich nervös geworden wäre.

Weidenfeller wirkt, als sei er mit den Gedanken noch auf der Fähre

So weit, so gut. Doch das alles ist Vergangenheit – und Fußball wird in der Gegenwart gespielt. Die Krise des BVB ist derzeit sogar allgegenwärtig. Und die Krise des BVB ist ein bisschen auch die Krise des Roman Weidenfeller, die ihren Ursprung möglicherweise ausgerechnet in der erfolgreichen Weltmeisterschaft hat. Denn seit Manuel Neuer in Brasilien das Torwartspiel neu erfunden hat, meinen alle deutschen Torhüter (in der Premier League und der Primera Division gibt es diesen Effekt nicht), sie müssten ihren Arbeitsort um 20 Meter nach vorne verlegen. Dort hin also, wo man den Ball, auch als Torwart, nicht mehr in die Hand nehmen darf. Dort, wo man ihn also mit dem Fuß spielen muss. Das kann der Manuel Neuer gut. Roman Weidenfeller nicht so. Weil er’s trotzdem ständig tut, entsteht Unruhe und Unordnung in der Defensive. Das Vertrauen der Mitspieler in den letzten Mann leidet. Und wenn der dann auch noch so gravierend patzt wie vor dem entscheidenden 1:2 in Köln und dem 0:2 in Frankfurt, dann gerät eben auch ein Weltmeister in die Kritik. Weidenfeller wirkt, um es auf den Punkt zu bringen, seit der WM unkonzentriert und fahrig. So, als pendele er mit den Gedanken immer noch mit der Fähre zwischen dem Campo Bahia und dem Festland.

Entscheidungsgrundlage: das Leistungsprinzip 

Wenn Jürgen Klopp sich vor dem Hoffenheim-Spiel gegen Weidenfeller und für Langerak entschieden hat, dann nicht nur aus einem „Bauchgefühl“ heraus. Auch nicht, weil der australische Sonnyboy so fröhlich lächelt. Sondern weil das Leistungsprinzip aktuell für diesen Wechsel sprach. Wohlgemerkt: aktuell – nicht für alle Ewigkeit. Weidenfeller hat eine schwächere Phase, die erste seit Jahren, eine Phase, wie auch Top-Top-Torhüter sie mal haben, aber Borussia Dortmund wird seine Klasse und Erfahrung noch brauchen. In die Zukunft gedacht, gibt es allerdings keinen einzigen Grund, anzunehmen, dass Mitch Langerak den Job im Kasten des BVB nicht mindestens genau so gut erledigen würde wie Horn, Baumann, Bürki, Zieler, Trapp . . .

AKTUALISIERUNG (11.12., 14:00):

In der Pressekonferenz zum Spiel in Berlin hat BVB-Trainer Jürgen Klopp gerade angekündigt, dass Mitch Langerak – „sofern nichts Außergewöhnliches passiert“ – bis zur Winterpause die Nummer eins im Tor von Borussia Dortmund bleiben wird. „Ich hatte gestern“, so Klopp, „ein langes und gutes Gespräch mit Roman Weidenfeller und bin die bisherige Saison mit ihm durchgegangen. Wir arbeiten seit vielen Jahren gut und vertrauensvoll zusammen, und er hat jetzt schon damit begonnen, den Kampf um den Platz im Tor aufzunehmen. In der Wintervorbereitung geht’s von vorne los!“

(Beitragsbild: Screenshot Sport1/facebook)

Links zum Thema:

http://www.sueddeutsche.de/sport/nationaltorwart-beim-bvb-klopp-opfert-weidenfeller-1.2257916

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/617003/artikel_weidenfeller_eine-frage-des-stils.html

http://www.kicker.de/news/video/1541463/video_klopp-sauer-wegen-weidenfeller-debatte.html

http://www.derwesten.de/sport/fussball/bvb/klopp-hat-mit-der-t-frage-beim-bvb-probleme-geschaffen-id10125279.html

Vor 20 Jahren: Ricken müsste schießen – Ricken schießt – Toooooooooor!!!

Die fabelhafte Fußballliebhaber-App "MitPicke", die Ihr kostenlos downloaden könnt, hat zu den "Wunder"-Spielen BVB - La Coruna und BVB - Malaga ein umfangreiches Themenpaket geschnürt.

Die fabelhafte Fußballliebhaber-App „MitPicke“, die Ihr kostenlos downloaden könnt, hat zu den „Wunder“-Spielen BVB – La Coruna und BVB – Malaga ein umfangreiches Themenpaket geschnürt.

Dortmund im Spätherbst 2014 – eine Stadt trägt Grau. Die sportliche Talfahrt des BVB hat sich in den zurückliegenden Wochen wie ein Depressivum über die Stimmung der Menschen gelegt. Ein wenig wirkt es, als hätten sie, wie einst Timm Thaler, ihr Lachen verkauft.

Auf der Suche nach Erfolgserlebnissen müssen Fans dieser Tage in ihren Erinnerungen kramen. Dort werden sie reichlich fündig – zum Beispiel am 6. Dezember 1994. Nikolaus vor exakt 20 Jahren erlebte das Westfalenstadion eines jener Spiele, die als „legendär“ in die Klubgeschichte eingingen. „La Coruna“ und „Lars Ricken“ – mehr muss man gar nicht sagen . . .

Aus Anlass des Jubiläums habe ich das „La-Coruna-Kapitel“ aus meinem Buch „Jetzt muss ein Wunder her – Die 25 größten Spiele im Fußball-Tempel des BVB“ als Blogbeitrag eingestellt. Und wenn Ihr weiter herunterscrollt oder auf den folgenden Link klickt, findet Ihr dort unter der Überschrift „Selbst Julio Cesar ist völlig ausgerastet“ auch den Gastbeitrag von Lars Ricken. http://goo.gl/v9Vjzh

Das Buch ist, nebenbei bemerkt, zauberhaftes Weihnachtsgeschenk für BVB-Fans. Bestellen könnt Ihr es z.B. unter http://goo.gl/0WKSn5 und http://goo.gl/QLOC52

BORUSSIA DORTMUND – DEPORTIVO LA CORUNA 3:1 n.V. (1:0, 0:0)

(6. Dezember 1994, UEFA-Cup-Achtelfinale, Rückspiel)

18 ½ Jahre lang galt die Partie gegen La Coruna als der „Hitchcock“ unter den Europapokal-Krimis auf Dortmunder Boden. 18 ½ Jahre – dann kamen die legendären 69 Sekunden im Champions-League-Halbfinale 2012/13 gegen den FC Malaga. Heute genießen beide Begegnungen Kultstatus. Was sie verbindet, ist die hoch dramatische Schlussphase mit zwei ganz späten Treffern und einer nicht mehr für möglich gehaltenen Wendung. Viele Fans, die auch andere große Duelle der Borussia live im Stadion miterlebt haben, beschreiben dennoch das Rückspiel im UEFA-Cup-Achtelfinale der Saison 1994/95 gegen den spanischen Vertreter Deportivo La Coruna als  e i n e n  Allzeit-Höhepunkt.

Beispielhaft zwei kurze Schilderungen aus dem Forum des Internet-Fanzines schwatzgelb.de. Dort schreibt ein User mit dem Nickname . . .

. . . Rupo:

„Ich war 28, mit Kumpels im 11er (Block 11, Südtribüne/Anm. des Autors) und bekomme jedesmal Gänsehaut, wenn ich an den Moment denke, als Bodo Schmidt den Ball gegen das Schienbein bekommt, der Ball nach rechts (von uns aus nach links) rollt, Ricken ihn aufnimmt, Riedle in der Mitte startet, Ricken das völlig egal ist . . . er abzieht (da wussten wir, datt Dingen passt), die Murmel unter der Latte einschlägt, hinter die Linie, Ricken abdreht nach rechts – und wir nach unten auf der Süd 😉 . . . Ich werde DIESES TOR niemals in meinem ganzen Leben vergessen!“

Und auch für Searcher 78 hat sich dieses Spiel, als Vater-Sohn-Erlebnis, für alle Zeiten im Gedächtnis festgefressen:

„Nach dem 1:1 war ich total geknickt, quasi alle Hoffnung verloren. Ich war zu dem Zeitpunkt 16. Neben mir saßen mein Vater und mein Onkel. Als die Spanier noch feiern, meint mein Vater ganz trocken: „Keine Sorge, die packen das noch!“ Ich hab’ ihn ungläubig angeguckt und er war sich wirklich absolut sicher. Dann vergingen die Minuten und das Ende der Verlängerung rückte immer näher. Mein Onkel, der am nächsten Tag sehr früh arbeiten musste, hatte sich auf den Weg Richtung Parkplatz gemacht – ein folgenschwerer Fehler. Die letzten Minuten sind halt Legende, mein Onkel hat beim Jubel zum 2:1 noch überlegt, ob er schnell zurück laufen soll, aber was sollte in den paar Minuten dann schon passieren. Kurze Zeit später ist er beim Ohren betäubenden Jubel, der hinter ihm erklang, vor einen Baum gelaufen und hat sich eine ziemliche Beule geholt. Im Stadion stand mein Vater neben mir mit Tränen in den Augen: ‚Hab’ ich doch gesagt!’ Für mich DAS Spiel überhaupt, ich weiß nicht, wie viele hundert Male ich mit meinem Vater an genau diese letzten Minuten zurück gedacht habe . . ., na ja, seit einiger Zeit denke ich alleine an dieses Spiel zurück, aber ich hoffe, irgendwann einmal meinen Kindern davon erzählen zu können. Ich war auch beim Champions-League-Finale in München und hab’ alle Meisterschaften im Stadion erlebt, aber ich glaube, dieses Spiel wird mir von allen am meisten in Erinnerung bleiben.“

Der deutsch-spanische Liga-Gipfel

Das Duell zwischen Borussia Dortmund und Deportivo La Coruna war im Herbst 1994 nicht irgendein Duell zwischen einem Bundesligisten und einem Primera-Division-Klub. Es war sozusagen der deutsch-spanische Liga-Gipfel. Der BVB, von Präsident Dr. Gerd Niebaum und Manager Michael Meier in den Jahren zuvor mit gigantischem Finanzaufwand und den Italien-Rückkehrern Matthias Sammer, Andreas Möller, Karlheinz Riedle, Stefan Reuter sowie mit Julio Cesar, Flemming Povlsen und Stéphane Chapuisat hochgerüstet, führte die Bundesliga-Tabelle souverän an. Am Ende der Saison sollte der erste Deutsche Meistertitel nach 32-jähriger Durststrecke stehen.

La Coruna wiederum stieg ab Anfang der 1990er Jahre in den Kreis der spanischen Spitzenteams auf und krönte diese Entwicklung mit der Meisterschaft 2000 sowie den Pokalsiegen 1995 und 2002 – ehe es, wie in Dortmund nach der 2002er Meisterschaft, wieder bergab ging. 1992/93 hatten sich die Galizier als Dritter hinter dem FC Barcelona und Real Madrid erstmals für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert und waren ein Jahr später punktgleich nur aufgrund des etwas schlechteren Torverhältnisses hinter Barca spanischer Vizemeister geworden. Zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens mit dem BVB lag Deportivo gleichauf mit Real Saragossa und Real Madrid an der Tabellenspitze der Primera Division.

Bebeto entscheidet das Hinspiel zugunsten von La Coruna

Da trafen also keine No-Name-Teams aufeinander, sondern zwei aufstrebende Top-Klubs mit Top-Leuten. Der bekannteste im Kader von La Coruna: Bebeto, brasilianischer Nationalspieler, als Sturmpartner von Romario frischgebackener Weltmeister, spanischer Torschützenkönig – und Schütze des 1:0 im Hinspiel gegen den BVB. Da pflasterte er das Leder schon nach 23 Minuten unhaltbar in den Winkel. Dortmund hatte in der Folge Glück, dass Stefan Klos einige tolle Paraden zeigte und der Schweizer Unparteiische Serge Muhmenthaler einem weiteren Treffer der Spanier wegen angeblicher Abseitsposition zu Unrecht die Anerkennung verweigerte. Dortmund hatte aber auch Pech bei einem Lattenkracher von Sammer und einer weiteren Fehlentscheidung des Schiedsrichters, der bei Chapuisats vermeintlichem Ausgleich ebenfalls auf Abseits entschied. Auch damit lag er daneben.

Der BVB musste 14 Tage später, am Nikolausabend, im eigenen Stadion also einen Rückstand umbiegen. Dass er das konnte, hatte er zuvor bereits bewiesen, denn nach glanzlosen Erstrunden-Erfolgen gegen den FC Motherwell aus Schottland (1:0/H, 2:0/A) setzte es in Runde zwei bei Slovan Bratislava eine 1:2-Niederlage. Riedle (2) und Möller sorgten im Rückspiel beim 3:0 für klare Verhältnisse.

Zorc gleicht im Rückspiel aus – doch in der Verlängerung spricht ALLES für die Spanier

La Coruna allerdings war ungleich schwerer zu knacken, und so dauerte es auch bis zur 50. Minute, ehe Michael Zorc mit dem 1:0 in der Addition beider Spiele der Ausgleich gelang. Zweimal trafen die Iberer in der Folge durch Fran (59.) und Salinas (68.) die Latte; der BVB wurde von Borussia zu Fortuna Dortmund. Es ging in die Verlängerung, und in der hatte Deportivo das Geschehen nicht nur im Griff – der Gast holte in der 102. Minute auch zum scheinbar finalen Schlag aus, als Alfredo nach einem Sensationslupfer plötzlich frei vor Klos auftauchte und den Ball zum 1:1 über den Keeper hinweg ins lange Eck setzte. Schockstarre auf den Rängen. Nun benötigte das Team von Ottmar Hitzfeld wieder zwei Tore – und es waren nur noch 18 Minuten zu spielen. Dann 15 . . . 10 . . . 7, 6, 5.

„Ich habe den Spielern schon oft gepredigt, dass selbst zwei Minuten vor dem Ende nichts entschieden und ein Wunder im Fußball immer möglich ist“, sagte Hitzfeld später. Ob der BVB-Trainer auch daran geglaubt hat, sagte er nicht.

Fünf Minuten vor Schluss fehlen dem BVB zwei Treffer. Viele Zuschauer gehen schon . . .

Die meisten Zuschauer jedenfalls hatten den Glauben und die Hoffnung verloren; viele hatten sich bereits auf den Heimweg gemacht und die Sitzreihen auf den Tribünen ließen deutliche Lücken erkennen, als Sammer im Mittelfeld in wilder Entschlossenheit den Ball eroberte, Möller in den Strafraum flankte und wer sonst als „Air“ Riedle zum 2:1 vollendete. Es war die 116. Minute. Nur noch ein Tor. Und noch 4 Minuten . . . 3, 2 . . . Noch ein letztes Mal der BVB. Bodo Schmidt, der Manndecker, fräste sich in zentraler Position durch den spanischen Beton, von seinem Schienbein prallte der Ball Lars Ricken vor die Füße. Der 18-Jährige, als Joker eingewechselt, guckte nicht rechts und nicht links. Er schaute in den Tunnel, und am Ende des Tunnels stand das Tor.

. . . und verpassen eines der „Wunder von Dortmund“

Manch einer unter den älteren Zuschauern mag sich in diesem Moment an Herbert Zimmermanns Live-Reportage vom WM-Endspiel 1954 zwischen Deutschland und Ungarn erinnert haben. An sein Unvergessenes „Rahn müsste schießen – Rahn schießt . . .“ Rahn hieß diesmal Ricken. Ricken musste schießen – Ricken schoss – und der Rest klang 1994 im Dortmunder Westfalenstadion genau so wie 40 Jahre zuvor im Berner Wankdorfstadion: „Tooooor!!!“ Mit dem rechten Fuß nagelte Ricken den Ball aus zehn Metern Entfernung via Lattenunterkante ins Netz. Ein Schuss mitten ins pure Glück.

BVB-Fan Vito_Corleone erinnert sich auf schwatzgelb.de:

„Die Süd explodiert, aber es ist keine einfache Explosion, keine Verpuffung. Die Süd bebt wie ich es noch NIE davor und NIE danach erlebt habe. Die Explosion dauert minutenlang, so stelle ich mir einen Multiorgasmus vor, hier multipliziert durch die Tausende auf der Süd, die im gleichen Moment so etwas Unbeschreibliches erleben.“

Sammer fand nicht so schöne Worte, gestand aber mit reichlich Pathos: „Dieses Ergebnis hat bei mir unglaubliche Emotionen freigesetzt. Vergleichbares habe ich erst zweimal erlebt: Beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit Stuttgart und bei der Geburt meiner Tochter Sarah.“ Hitzfeld versuchte das wundersame Geschehen medizinisch zu diagnostizieren: „Wir waren klinisch fast tot, aber mit den allerletzten Herzschlägen haben wir uns aufgerappelt und ein anatomisches Wunder geschafft.“

Für Ricken, der das Angebot seines Trainers, ihm eine Entschuldigung zu schreiben, nicht annahm und stattdessen am nächsten Morgen brav die Schulbank drückte, war es das erste von mehreren legendären Europapokal-Toren. 1996/97 gegen Manchester United schoss er den BVB mit seinem goldenen Tor in Old Trafford ins Finale von München. Dort erzielte Ricken mit seinem 30-Meter-Heber zum 3:1-Endstand gegen Juventus Turin jenen Treffer, den die Fans von Borussia Dortmund anlässlich des 100-jährigen Bestehens im Jahr 2009 zum „Tor des Jahrhunderts“ wählten.

Die Europapokal-Saison 1994/95 trug Borussia Dortmund über Lazio Rom (0:1/A, 2:0/H – wieder durch ein Last-Minute-Tor, diesmal von Riedle) noch bis ins Halbfinale. Dort war Juventus Turin, wie schon in den 1993er UEFA-Cup-Endspielen, eine Nummer zu groß.

An den Jubelorkan vom 3:1 gegen Deportivo La Coruna kam lange Zeit kein Heimtor mehr heran. Erst Ewerthons 2:1-Meistertreffer gegen Werder Bremen am 4. Mai 2002 erreichte wieder vergleichbare Dezibelstärken und löste Vibrationsalarm auf der Südtribüne aus.

Lars Ricken: „Selbst Julio Cesar ist völlig ausgerastet!“

Ein Gastbeitrag von Lars Ricken, Schütze des entscheidenden Tores, zum legendären Europapokalspiel Borussia Dortmund – Deportivo La Coruna (6. Dezember 1994) für das Buch „Jetzt muss ein Wunder her – Die 25 größten Spiele im Fußball-Tempel des BVB.“ http://goo.gl/0WKSn5

Das Buchkapitel findet Ihr hier: http://goo.gl/UD5bdu

Lars Ricken:

„Selbst Julio Cesar ist völlig ausgerastet“ 

„Ganz ehrlich: Was mir zu allererst einfällt, wenn ich an den Abend des La-Coruna-Spiels denke, ist meine damalige Freundin. Die interessierte sich gar nicht für Fußball und war folgerichtig auch nicht im Stadion. Ich kam also sehr spät nach Hause, war der gefeierte Held des Spiels, gerade 18 Jahre alt und emotional natürlich entsprechend aufgewühlt – und meine Freundin forderte mich recht bestimmt auf, doch bitte das Geschirr abzutrocknen, das sie gerade gespült hatte. Ich merkte ganz vorsichtig an: „Du, wir hatten gerade ein Spiel – und ich würde mir das gerne noch einmal im Fernsehen anschauen.“ – „Ach, ja“, sagte sie, „Ihr habt ja gespielt. Habt Ihr denn gewonnen. Schön! Aber wenn Du gespielt hast, musst Du’s doch nicht noch einmal sehen . . .“ – Kurzum: Ich habe dann ein paar Minuten heraus verhandeln können, aber dann musste ich tatsächlich abtrocknen. Und so bin ich seinerzeit von meiner Freundin noch am Abend des Triumphes sehr schnell wieder geerdet worden.

Über diese Anekdote hinaus verbinde ich sportlich betrachtet vor allem drei Dinge mit dem Spiel gegen La Coruna.

Erstens: Natürlich dieses Tor. Mein Treffer zum 3:1 in der 118. Minute, der uns völlig unerwartet doch noch in die nächste Runde brachte. Ich habe in meiner Zeit beim BVB ja das eine oder andere Tor erzielt, darunter auch manches wichtige – aber dieser Treffer ist, zusammen mit dem Heber zum 3:1 im Champions-League-Finale gegen Juventus Turin, sicherlich derjenige, der mir in der Rückschau am meisten bedeutet. Einfach deshalb, weil es ein wundervolles Gefühl ist, sich mit diesen Toren für alle Zeiten in der Vereinsgeschichte eines so großen und traditionsreichen Klubs wie Borussia Dortmund eingetragen zu haben. Allerdings: In ein Lehrbuch wird es dieses Tor sicherlich nicht schaffen. Die Position und die Schusstechnik waren schon einigermaßen problematisch; ich treffe den Ball weder mit der Innenseite noch mit dem Vollspann, aber ich wollte ihn tatsächlich genau so schießen wie ich ihn dann geschossen habe. Anders wäre er nicht rein gegangen. Überhaupt war das so ein Ball, der von zehn Versuchen vermutlich neunmal irgendwo landet – nur nicht im Tor.

Und noch etwas ist ganz interessant. Ich stand zu meiner aktiven Zeit immer in dem Ruf: „Wenn der Ricken kommt, dann passiert noch was!“ Dabei habe ich in all den Jahren als Profi fast überhaupt keine Joker-Tore gemacht, aber ausgerechnet in den beiden Spielen gegen La Coruna und Juve kam ich tatsächlich von der Bank.

Zweitens: Ich habe ja einige Zeit mit Julio Cesar zusammengespielt, und Julio war als Sportler wie als Mensch immer ein relativ ruhiger, sachlicher und abgeklärter Kerl. Aber wie selbst er nach meinem Tor zum 3:1 regelrecht ausgerastet ist und dann auch ganz schnell als Erster auf mir drauf lag, zeigt, welch wahnsinnige Emotionen in diesem Moment freigesetzt wurden. Das ist eine sehr schöne Erinnerung, auch deshalb, weil Julio Cesar sicher eine der ganz großen Persönlichkeiten ist, die hier in Dortmund gespielt haben.

Drittens ist es absolut faszinierend, wie ein solches Tor dann 19 Jahre später noch einmal ins kollektive BVB-Gedächtnis zurückkehrt – am 9. April 2013 gegen Malaga. Genau das macht doch einen großen Vereins aus, dass es solche verbindenden Erlebnisse und gemeinsamen Ankerpunkte gibt. Jedenfalls: Als Malaga wenige Minuten vor Schluss in Führung ging und wir plötzlich zwei Tore brauchten, leerten sich die Plätze um mich herum doch merklich. Von denen, die sitzen blieben und ausharrten, sagten aber einige: „Mensch, Lars, jetzt brauchen wir noch einmal so ein Wunder wie damals gegen La Coruna.“ – Unter uns: Ich würde mich wirklich nicht als Pessimist bezeichnen wollen, aber geglaubt habe ich an eine Wende gegen Malaga nicht mehr. Ich war, wie die meisten anderen auch, so down, dass ich eigentlich keine Hoffnung mehr hatte. Erst im Nachhinein ist mir aufgegangen, was da nach dem 1:2 eigentlich passiert ist. Die Zuschauer sind noch einmal gekommen, Roman Weidenfeller stürmte mit einer Mischung aus Anfeuerung und Beschimpfung nach vorne, Jürgen Klopp verzog sich nicht etwa deprimiert auf die Trainerbank, sondern coachte weiter, als könne von einem drohenden Ausscheiden gar keine Rede sein. Diese Kette von Reaktionen war schon echt stark und ein Paradebeispiel für den Charakter dieses Teams und des Umfelds.

Gerade in solchen Momenten spielt unser Stadion immer wieder eine wichtige Rolle. Man merkt das schon an der Ehrfurcht der gegnerischen Teams, wenn sie den Rasen betreten und vor der gelben Wand stehen. Das flößt definitiv Respekt ein, und diese besondere Atmosphäre in Dortmund gewinnt dem BVB auch immer wieder den einen oder anderen Punkt. Für mich noch entscheidender und der große Unterschied zu vielen anderen Klubs ist aber, wie unsere Zuschauer sich verhalten, wenn es mal nicht so gut läuft. Wir haben diese Zeiten ja auch erlebt. Bei uns bleiben dann eben keine Blöcke aus Protest leer; unsere Fans drehen dem Spielgeschehen nicht den Rücken zu – sie sind auch und manchmal gerade dann für die Mannschaft da, geben Gas und versuchen zu helfen. Das ist wirklich einzigartig!“

Borussia Dortmund auf 18 – oder doch der Weihnachtsmann?

Es gibt ja diese typischen RTL-Fragen. Kennt Ihr? – Kennt Ihr! Diese Fragen, die RTL in Werbepausen von „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Deutschland sucht das Supertalent“ oder „Bauer sucht Frau“ oder „Adam sucht Eva“ oder „Schwiegertochter gesucht“ fragt und bei richtiger Antwort 10.000 Euro in Aussicht stellt. Also Fragen wie:

Wer schoss Deutschland 1954 zum WM-Titel: a) Helmut Rahn oder b) Heidi Klum?

Von gleichem Kaliber wäre Anfang August 2014 auch die folgende Aufgabenstellung gewesen.

Nur eine Antwort ist richtig: a) Borussia Dortmund belegt nach 13 Spieltagen der Saison 2014/15 mit 11 Punkten Platz 18. b) Es gibt den Weihnachtsmann.

                                                           (richtige Lösung: b)

Nun ist erstens nicht mehr Anfang August und zweitens ist seither so ziemlich alles anders gelaufen als gedacht. Nämlich schief. Roman Weidenfeller, Mats Hummels, Erik Durm, Matthias Ginter und Kevin Großkreutz haben eben nicht den WM-Schwung mit in die Liga genommen. Ciro Immobile, Adrian Ramos und Dong-Won Ji haben eben nicht das Loch in der Offensive gestopft, das Robert Lewandowski bei seinem Wechsel zum FC Buyern München aufgerissen hat. Henrikh Mkhitaryan hat in seiner zweiten Saison beim BVB nicht noch eine Schippe drauf gelegt. Neven Subotic, Ilkay Gündogan, Jakub Blaszczykowski und Nuri Sahin sind nach ihren langwierigen Verletzungen nicht „stärker als zuvor“ zurückgekehrt – wenn sie denn überhaupt schon zurückgekehrt sind. Marco Reus musste häufiger nach Verletzungen zurückkehren als es für einen Leistungssportler gesund ist. Borussia Dortmund trifft nicht mehr das Tor, dafür aber häufiger als alle anderen Bundesligisten das Aluminium. Borussia Dortmund schießt in der Abwehr so viele kapitale Böcke, dass die DFL ernsthaft überlegen sollte, ob sie die daraus resultierenden Gegentreffer nicht als Eigentore in die Wertung nimmt. Im Tennis nennt man solche Fehler, wie auch dem 0:2 in Frankfurt wieder einer vorausging, „Unforced Errors“. Der BVB schafft es, aus eigenen Eckbällen oder eigenen Einwürfen in der gegnerischen Hälfte Gegentore zu kassieren. Würde die Multimedia-Abteilung der Borussia all diese Szenen zusammenschneiden und das Video auf youtube veröffentlichen, könnte der Klub von den Einnahmen, die er allein durch die Seitenabrufe generieren würde, vermutlich die Verpflichtung von Cristiano Ronaldo finanzieren. Mindestens aber wäre dem Team von Trainer Jürgen Klopp der Deutsche Comedy-Preis 2014 in der Kategorie „Newcomer“ sicher.

Und nun? Könnte man . . .

. . . die Gründe für die Misere analysieren. Machen die anderen 79.999.999 Fußball-Experten in Deutschland aber schon;

. . .Team und Trainer den Mittelfinger zeigen. Haben am Sonntag in Frankfurt ein paar schwarzgelbe Anhänger gemacht. Entspricht aber weder meinem Verständnis von Fan-Sein noch meinem Stil (es sei denn, Florian Meyer würde im DFB-Pokal-Finale ein glasklares Dortmunder Tor nicht anerkennen);

. . . heulen;

. . . nicht heulen;

. . . einen Blogbeitrag schreiben. Wer sich bis hierhin durch den Text gekämpft hat in der Erwartung, irgendwann auf kluge Rezepte zur Lösung der BVB-Probleme zu stoßen, hatte hoffentlich beim Lesen ein wenig Spaß. Aber Lösungen? Nee! Hab‘ ich auch nicht. Dieser Text ist reines Therapieschreiben. Mit Worten gegen die Sprachlosigkeit ankämpfen. Hätte ich Lösungen, wäre ICH ja derjenige, den Jürgen Klopp meinte, als er nach dem 0:2 in Frankfurt sagte: Wenn’s einer besser kann, möge er sich melden. Für den räume er gerne seinen Trainerstuhl. So weit – so gut.

Besser ist: Klopp macht weiter.

Besser wäre: Der BVB gewönne mal wieder ein Spiel.

Am allerbesten wäre: Gleich am Freitag gegen den Reagenzglasklub TSG 1899 Hoppenheim. Was schwierig wird, weil es schon zu Zeiten schwierig war, als Borussia Dortmund richtig gut und Hoppenheim richtig schlecht war. Letzter Spieltag der Saison 2012/13. Schlägt der BVB die TSG, steigt sie ab und das Kraichgau verschwindet wieder von der Bundesliga-Landkarte. Es kommt anders. Die TSG dreht das Spiel durch zwei späte Foulelfmeter von Sead Salihovic in der 77. und 82. Minute und feiert den Klassenerhalt; Roman Weidenfeller sieht obendrein „Rot“. Dass sich die Hoppenheimer am Freitag dankbar erweisen werden, ist eher nicht zu erwarten, denn inzwischen sind sie richtig gut und der BVB ist richtig schlecht.

Angst vor Hoppenheim – und dem FC Schalke 04 beim Auswärtsspiel in Stuttgart die Daumen drücken müssen. Das ist Borussia Dortmund Anfang Dezember 2014. Der Tiefpunkt nach vielen Höhepunkten in den zurückliegenden Jahren.

Eines kann man Jürgen Klopp dann vielleicht doch raten – ganz pauschal und ohne Namen zu nennen: Weil im Abstiegskampf die Aufstellung sch…egal und die Einstellung alles ist, sollte er nur noch solche Spieler aufstellen, die bereit sind, sich auf die neue Lage einzustellen. Will sagen: Weniger Potenzial zu haben, dieses aber voll abzurufen, ist aktuell wertvoller, als viel Potenzial zu haben, es aber regelmäßig in der Umkleidekabine an den Haken zu hängen.

Ach so, und um doch noch einen Namen zu nennen: Ich wäre nicht traurig, wenn Roman Weidenfeller rechtzeitig vor dem Hoppenheim-Spiel begreifen würde, dass es durchaus Torhüter gibt, die richtig gut Fußball spielen können und deshalb auch weit vor dem Tor agieren dürfen – dass er aber zu den anderen Torhütern gehört.

Am Ende, wenn alles gut gegangen sein wird (Mai 2015, Futur II), lachen wir Dortmunder über uns selber und starten einen Nichtabstiegskorso, zu dem mehr Fans in die City kommen als zum parallel laufenden Münchener Meisterkorso.

Am Ende, wenn alles nicht gut gegangen sein sollte (Mai 2015, Futur II, Konjunktiv) könnte eine RTL-Frage in der Werbepause von „Alexa – Ich kämpfe gegen ihre Kilos“ oder „Die Bachelorette“ lauten:

Wer stieg 2014/15 aus der Fußball-Bundesliga ab: a) Borussia Dortmund oder b) der BVB?