always on

Menschen, die auf Smartphones starren

und dabei den Nacken biegen,

sind bald immobile Narren,

weil sie eine Starre kriegen.

.

Wenn der Mensch aufs Tablet stiert,

ganz gleich wo er g’rad geht und steht,

fühlt er sich top informiert,

während er den Rasen mäht.

Während er die Bluse näht.

Während er die Saat aussät.

Während er ein Steak sich brät.

Während auf dem Klo er bläht,

derweil die Welt sich weiter dreht

und ihm seine Zeit vergeht.

Der Mensch glaubt halt, dass es ihn ziert,

wenn er nach Echtzeit-Wissen giert.

.

Wenn dieser Mensch bei Facebook postet

und derweil die Website hostet,

parallel bei Twitter zwitschert,

für Instagram ein Foto macht,

als der Führerschein-Neuling ins Stau-Ende kracht,

sofort einen neuen Beitrag bloggt,

wenn er mal zu Hause hockt,

oder Fifa15 zockt

oder Guitar Hero rockt,

und Musik aufs Headset streamt,

wie es sich für Hipster ziemt,

und Filme schaut, wann er es will –

Bundesliga sowieso –

dank dieses TieVie to go,

gleichzeitig bei Ebay steigert,

Amazon die Gunst verweigert,

während seine Freundin quiekt,

weil vor der Tür Zalando liegt;

der Kohle nur noch online bankt

und dabei nicht an Zinsen denkt,

der sowieso ’ne Flatrate hat,

von Highspeed-WLAN träumt

– überall in der Stadt,

der eine Whatsapp-Nachricht schickt,

bevor er flink auf youporn klickt,

gehört zu der neuen Generation,

die voll digital ist. Und always on.

.

Man sollte über sie nicht lästern.

Sie sind von morgen.

Die anderen von gestern.

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