Die alte Dame klingelte zur falschen Zeit

Juve also. Juventus Turin vs. Borussia Dortmund. Ein Europapokal-Klassiker der 1990er Jahre erlebt im Achtelfinale der Champions-League-Saison 2014/15 einen frischen Aufguss. Jener Klub, der seinerzeit im italienischen Fußball das Maß aller Dinge war und es nach (Bestechungs-)Skandalen, Zwangsabstieg und Wiederaufstieg inzwischen wieder ist, fordert jenen Klub heraus, der ihn damals fast leer gekauft hat. Stefan Reuter, Andreas Möller, Julio Cesar, Jürgen Kohler, Paulo Sousa – sie alle wechselten in der ersten Hälfte der 90er Jahre von Juventus zur Borussia. Mit dem einen, dem schönen Ergebnis, dass der BVB die „alte Dame“ Juve im CL-Finale 1997 besiegte. Und mit dem anderen, dem unschönen Ergebnis, dass Borussia wenige Jahre später quasi pleite war.

Die Geschichte der UEFA-Cup-Endspiele 1993 zwischen Juve und dem BVB könnt Ihr, reich bebildert, in meiner Westfalenstadion-Hommage „Jetzt muss ein Wunder her – Die 25 größten Spiele im Fußball-Tempel des BVB“ nachlesen. Bestellen könnt Ihr das Buch unter den folgenden beiden Links. Wem die nackte Version reicht, der muss hier nur weiterlesen . . .

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Bor. Dortmund – Juventus Turin 1:3 (1:2)

(5. Mai 1993, UEFA-Pokal-Finale, Hinspiel)

Lediglich zweimal war Dortmunds Fußball-Oper in vier Jahrzehnten Schauplatz eines europäischen Endspiels. Das erste und einzige mit Beteiligung von Borussia Dortmund stieg am 5. Mai 1993. Es war zugleich der Auftakt zu einer Trilogie zwischen dem BVB und Italiens alter Dame Juventus Turin.

93 – 95 – 97

Im Rhythmus von zwei Jahren standen sich die beiden Klubs Mitte der 1990er dreimal auf höchstem Niveau gegenüber. 1993 setzte Juve sich in den damals noch zwei Finalspielen des UEFA-Cups, dem Vorgänger der heutigen Europa League, deutlich durch. 1995 im Halbfinale desselben Wettbewerbs war es erheblich enger. Und wieder hieß der Sieger Turin. Doch aller guten Dinge sind bekanntlich drei – und so entschied der BVB 1997 das hochwertigste der drei Duelle, das Endspiel der Champions League, für sich.

Im Mai 1993 war der BVB, der sich durch die Vizemeisterschaft gleich im ersten Jahr unter Trainer Ottmar Hitzfeld für den Wettbewerb qualifiziert hatte, letztlich nicht bereit für eine Herausforderung dieser Größenordnung. Das Team kroch personell auf dem Zahnfleisch. Matthias Sammer, im Winter von Inter Mailand an die Strobelallee gekommen, war international noch nicht für Borussia spielberechtigt. Stammlibero Ned Zelic war verletzt und musste durch Amateur Uwe Grauer ersetzt werden. Der war in den zehn UEFA-Cup-Spielen bis zum Finale zwar schon dreimal zum Einsatz gekommen – allerdings in Summe gerade einmal 22 Minuten: sechs gegen Celtic Glasgow, eine gegen AS Rom, 15 gegen AJ Auxerre. Und nun sollte er gegen eine der spielstärksten Offensivreihen Europas eine Abwehr organisieren, die völlig neu formiert war. Denn auch Michael Schulz und Günter Kutowski fehlten. „Kutte“ war vom europäischen Verband gleich für beide Finals gesperrt worden, weil er im Halbfinale gegen AJ Auxerre zunächst seine zweite gelbe Karte im Wettbewerb und anschließend auch noch Gelb-Rot gesehen hatte. Da Hitzfeld in der Offensive auch Flemming Povlsen ersetzen musste, sanken die Chancen auf den ersten internationalen Titel seit 1966 schon im Vorfeld auf ein rechnerisches Minimum.

Jammerschade, denn der BVB hatte bis dahin eine wirklich tolle Europapokal-Saison gespielt und sich den Finaleinzug redlich verdient. Dem standesgemäßen Erstrundensieg gegen die maltesischen Feierabend-Kicker des FC Floriana (1:0/A, 7:2 H) folgten ein umkämpftes Duell gegen Celtic Glasgow (1:0/H, 2:1/A) und ein Drittrunden-Erfolg gegen Real Saragossa, der letztlich souveräner war, als es die Ergebnisse (3:1/H, 1:2/A) zum Ausdruck brachten. Im Viertelfinale gegen AS Rom (mit dem deutschen Nationalspieler und späteren Dortmunder Thomas Häßler) drehte Borussia die 0:1-Auswärtsniederlage im Rückspiel vor eigenem Publikum mit 2:0 um (Tore: Michael Schulz, Thomas Sippel). Im Halbfinale schließlich legten sie gegen AJ Auxerre ein 2:0 vor. Steffen Karl (59.) und Michael Zorc (88.), der wenige Minuten zuvor noch mit einem Elfmeter am französischen Schlussmann Bruno Martini gescheitert war, schossen die Tore.

Das Rückspiel entwickelte sich zu einem der größten Dramen der schwarz-gelben Europacup-Historie. Auxerre ging früh in Führung und erzwang in der zweiten Halbzeit die Verlängerung. In der flog erst Günter Kutowski mit Gelb-Rot vom Platz (98.), neun Minuten später erwischte es auch AJ-Akteur Raphaël Guerreiro. Tore fielen auch bei Zehn-gegen-Zehn nicht mehr. Elfmeterschießen also – und auch das musste, nachdem die ersten zehn Schützen allesamt verwandelt hatten (Karl, Stephane Chapuisat, Knut Reinhardt, Schulz und Zorc für den BVB) in die Verlängerung. Dort traf Michael Rummenigge für die Westfalen, und Torwart Stefan Klos parierte gegen Stephane Mahé. Riesenjubel bei den Dortmundern, Riesenjubel auch in Dortmund, wo 20.000 Fans den Elfmeter-Krimi vor einer Großleinwand auf dem Friedensplatz verfolgten.

Und nun also Juventus Turin. Mit Trainerfuchs Giovanni Trapattoni. Mit dem Ballkünstler Roberto Baggio, den die UEFA später zu Europas Fußballer des Jahres 1993 kürte. Mit Dino Baggio. Mit Gianluca Vialli. Zwar nicht mehr mit Stefan Reuter, der ein Jahr zuvor bereits zum BVB gewechselt war. Dafür aber mit drei Spielern, die in den folgenden Jahren ebenfalls noch zum BVB wechseln sollten: Andreas Möller, Julio Cesar, Jürgen Kohler. Borussia Dortmund und Juventus Turin – das war in den 1990er Jahren nicht nur eine sportliche Rivalität, sondern auch eine florierende Geschäftsbeziehung. Der BVB-Vorstand Niebaum/Meier kaufte gerne bei den Norditalienern ein.

Das Duell wurde zu einer einseitigen Auseinandersetzung. „Wir hätten auch in Bestbesetzung Probleme gehabt“, räumte Ottmar Hitzfeld später ein. Das Improvisationstheater-Ensemble, das er im Hinspiel vor 37.000 Zuschauern auf den Platz schicken musste, hatte aber nicht nur Probleme. Es hatte Riesenprobleme. Wobei: nicht von Anfang an. Im Gegenteil. Der BVB erwischte einen Blitzstart, ging nach nur 61 Sekunden und feiner Vorarbeit von Reinhardt durch Rummenigge in Führung, setzte seinen Sturmlauf auch danach noch eine Weile fort. Wer weiß, ob Juve sich von dem Schock erholt hätte, wenn Michael Lusch das 2:0 gelungen wäre – der Ball strich um Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

Hätte – wäre – wenn. Tatsächlich reichten den gnadenlos abgezockten Italienern drei Minuten, um das Finale zu ihren Gunsten zu kippen. Dino Baggio glich aus (27.), Roberto Baggio, mit seinem Namensvetter übrigens weder verwandt noch verschwägert, brachte die Gäste nach einer halben Stunde in Führung und legte eine Viertelstunde vor Schluss nach – 1:3. Der Drops war damit im Grunde schon gelutscht. „Die beiden Super-Baggios waren einfach nicht zu halten“, schwärmte die „Gazzetta dello Sport“. Und während Bundestrainer Berti Vogts höflich konstatierte, „ein 2:2 wäre auch gerecht gewesen“, gaben sich die Schwarz-Gelben realistisch. „Juve war eine Nummer zu groß“, sagte Torwart Klos. Manager Meier hatte Turin „eine Klasse besser“ gesehen. Und Trainer Hitzfeld musste einräumen: „Wir sind eiskalt ausgekontert worden.“

Vor dem Rückspiel im Stadio delle Alpi mussten dann auch Zorc und Chapuisat verletzungsbedingt passen. Noch vor der Pause erwischte es zudem Rummenigge. Es fehlte nicht viel, und Hitzfeld hätte Fußlahme mit Gehhilfe oder Rollator einwechseln müssen. Allerletzte Zweifel am Sieger räumte Dino Baggio nach nur fünf Minuten aus; kurz vor der Pause erhöhte er auf 2:0 – und ausgerechnet Möller, der Ex- und Bald-wieder-Dortmunder, setzte den Schlusspunkt (65.). Den 4.000 mitgereisten Fans war’s wurscht. Auch der Dauerregen störte sie nicht. Sie feierten trotzdem.

1:3 + 0:3 = 1:6. Die Endspiel-Gleichung war beinahe schon Mitleid erweckend. „Wir haben Juventus Turin, diese absolute Klassemannschaft, mit unserem ersatzgeschwächten Team definitiv zum falschen Zeitpunkt erwischt“, haderte Hitzfeld, der sich sein erstes ganz großes Finale natürlich anders vorgestellt hatte.

Als der BVB 1994/95 im UEFA-Cup-Halbfinale erneut auf Turin traf, hatten nach Reuter auch Möller und Cesar die Seiten gewechselt. Allein Kohler spielte noch für Juve. Möller war es auch, der Borussia im Hinspiel in Italien in der 71. Minute mit 2:1 in Führung brachte; Kohler glich zwei Minuten vor dem Schlusspfiff aus. Im Rückspiel war Cesar zum zwischenzeitlichen 1:1 für Dortmund erfolgreich. Doch wiederum war es Roberto Baggio, der mit seinem 2:1-Siegtor Juve ins Finale und Borussia aus dem Wettbewerb schoss. Und so fehlt der UEFA-Cup bis heute im Trophäenschrank des BVB.

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FC Schalke 04: Mit di Matteo aus dem Keller?!

Derbysiege sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Gerade zehn Tage ist es her, da besiegte der FC Schalke 04 den BVB in der Dreifach-Turnhalle am Berger Feld mit 2:1 und feierte sich als „Die Nr. 1 im Pott!“. Zwei Spiele später – ein tristes 1:1 in der Champions League gegen NK Maribor und ein fast schon erwartetes 1:2 in der Bundesliga bei der TSG 1899 Hoffenheim – war die Geduld der Klubführung am Ende. Vorstandschef Clemens Tönnies und Sportdirektor Horst Heldt setzten Trainer Jens Keller den Stuhl vor die Tür. Die Entwertung eines Derbysieges und der vorläufige Schlusspunkt unter ein letztlich unwürdiges Hick-Hack über Wochen und Monate hinweg. Dass der Entscheidung die branchenüblichen Beteuerungen („Wir führen keine Trainerdiskussion“ – „Wir stehen hinter Jens Keller“) vorausgegangen waren, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Was derlei Sätze wert sind, weiß man längst: nicht einmal die drei Euro fürs Phrasenschwein.

Keller wirkte stets wie „Jesus reloaded“

Noch am Sonntagabend hatte sich Jens Keller der Diskussion bei Sky90 gestellt. Vermutlich hatte er seinen Besuch nach dem Derbysieg zugesagt. In Erwartung eines Erfolges gegen Maribor und einer sportlich entspannten bis tendenziell erfreulichen Lage. Es kam anders. Die „Experten“-Runde nahm ihn ins Kreuzverhör; insbesondere die BILD, die ihn mit Detailkenntnissen aus internen Sitzungen konfrontierte. Keller leistete nur überschaubaren Widerstand. Bei jedem anderen Trainer hätte man nachher festgestellt: Das war ein vitaminarmer Auftritt. Bei Keller hieß es: Er war doch wie immer. Ruhig. Sachlich. Zurückhaltend. – Souverän und authentisch nennen das die einen. Die anderen werfen ihm seit jeher vor, ihm fehle es an Temperament, an Esprit, an Strahlkraft. Keller selbst sagt:  Er sei eben kein Kasper und werde sich nie, niemals verstellen.  Fakt aber ist: Der Trainer und Fußballlehrer, der fachlich womöglich exzellent ist, scheiterte auch an seiner fehlenden Bereitschaft, im Show-Biz Bundesliga angemessen mitzuspielen. Zumal in unmittelbarer Nachbarschaft, beim Erzrivalen BVB, mit Jürgen Klopp einer arbeitet, der genau diese Klaviatur perfekt beherrscht und mit seiner Hemdsärmeligkeit ins Revier passt als sei er genau hier und nicht im Schwarzwald geboren worden. Bei Jens Keller hingegen hatte man – und das bleibt das einzige Wortspiel mit seinem Namen – stets den Eindruck, er gehe zum Lachen in denselben. Meist wirkte er wie ein „Jesus reloaded“, auf dessen Schultern die gesamten Leiden und Beschwernisse Gelsenkirchens abgeladen wurden. Jürgen Klopp in der tiefsten Depression und Niedergeschlagenheit klingt noch zuversichtlicher und begeisterungsfähiger als Jens Keller im Siegestaumel.

Hier Keller – dort Klopp. Der Eine im Vorjahr nach der besten Rückrunde der Klubgeschichte mit Schalke Dritter – der Andere mit dem BVB Zweiter. Beide direkt für die Champions League qualifiziert. Beide mit dem Anspruch in die laufende Saison gestartet, dies erneut zu schaffen. Keller mit Schalke nach sieben Spieltagen Elfter (8 Punkte) – Klopp mit Borussia sogar nur 13. (7 Punkte). Und doch sitzt der eine so sicher im Sattel wie man in diesem Job nur sitzen kann, während der andere beim JobCenter sitzt und sich arbeitssuchend meldet. Das sagt viel. Über Keller. Über Klopp. Über den BVB – vor allem aber über den FC Schalke 04.

Schalke hat einen ganzen Haufen weiterer Probleme

Denn der hatte nicht bloß ein Keller-Problem. Er hat vielmehr einen ganzen Haufen Probleme. Das nächste heißt Horst Heldt. Der Sportdirektor ist für die Zusammensetzung des Kaders mindestens so verantwortlich wie der nun gefeuerte Coach. In Wahrheit, weil länger im Amt, trägt Heldt noch größere Verantwortung. Und dieser Kader passt eben nicht. Schalke ist, das wurde durch die Erfolge während der starken Rückrunde 2013/14 kaschiert, eine Ansammlung passabler bis sehr guter Einzelspieler, aber keine Mannschaft. Während Borussia Dortmund – was die aktuelle sportliche Situation ein wenig erträglicher macht – zumindest fightet, gegen Stuttgart nach 0:2-Rückstand noch einen Punkt rettete und auch beim kläglichen 0:1 gegen den HSV unermüdlich anrannte; obendrein in der CL mit sechs Punkten und 5:0 Toren aus zwei schweren Spielen voll auf Achtelfinalkurs liegt, wirken die Auftritte der Königsblauen bisweilen merkwürdig leblos. Starken Leistungen gegen Bayern (1:1) und in Chelsea (1:1) folgen in unschöner Regelmäßigkeit Auftritte, die man letztlich nur als Kollektivversagen bezeichnen kann.

Eine Ansammlung von Einzelspielern, aber keine Mannschaft

Es gibt einen Leader, der dauerverletzt ist (Benedikt Höwedes); einen, der stets und ständig fordert, aber selbst kaum etwas zeigt (Klaas-Jan Huntelaar); einen, der sich als Leader sieht, aber keine entsprechenden Leistungen zeigt (Kevin-Prince Boateng). Es gibt zwei, die die zentrale Position 10 für sich beanspruchen (Boateng und Julian Draxler) und mindestens einen (Draxler), der vielleicht auch deshalb in seiner Entwicklung stagniert. Es gibt viele ungesund große Diskrepanzen im Gehaltsgefüge. Es gibt eine Vielzahl von Mitläufern im Team und es gibt, das sei zur Ehrenrettung der sportlich verantwortlichen als mildernder Umstand angeführt, einen Haufen verletzter Leistungsträger.

Das Resultat sind schlechte Resultate – und während der Nachbar BVB nach dem 0:1 gegen den HSV von der Südtribüne als Zeichen des maximalen Schulterschlusses minutenlang lautstark getröstet und aufgemuntert wurde, gab es auf Schalke nach dem 1:1 gegen Maribor Pfiffe.

Der wirtschaftliche Druck ist groß

Die sportliche Situation ist gleichwohl nicht die einzige Baustelle am Berger Feld. Auch wirtschaftlich hat Schalke Druck. Bei rund 180 Millionen Euro Verbindlichkeiten und angesichts eines der teuersten Kaders der Liga sind das Überwintern in der Champions League und die erneute CL-Qualifikation beinahe Pflicht. Zumal der DFB-Pokal als zusätzliche Einnahmequelle für diese Saison nach dem Erstrunden-Aus in Dresden bereits versiegt ist. Und auch das Verhältnis zwischen Klubführung und Fans hat in den vergangenen Jahren gelitten. Der Streit um den Vertrag mit den Ticket-Abzockern von „viagogo“. Die zum Teil heftig geführten Diskussionen um eine Satzungsänderung für mehr Transparenz und Demokratie im Klub. Der Offene Brief von Fans gegen einen Besuch beim russischen Präsidenten Vladimir Putin. der umstrittene und ungeliebte Hauptsponsor „Gazprom“. Das alles trägt nicht dazu bei, das Klubmotto „Wir leben Dich“ wirklich zu leben. Was Schalke fehlt, ist ein Fantribun – wie Rudi Assauer einst einer war. Wie Jürgen Klopp es beim BVB ist. Und auch Michael Zorc, der zwar als Typ auch nicht den Vortänzer spielt, ob seiner sportlichen Erfolge mit Borussia Dortmund und seiner über jeden Zweifel erhabenen Verbundenheit zum Klub aber dennoch als Identifikationsfigur dient. Oder Lars Ricken. Nobbie Dickel . . .

Und nun: Von wegen Thomas Tuchel . . .

Und nun also Roberto di Matteo. Nicht der Ex-Mainzer Thomas Tuchel. Über den so viel diskutiert wurde in den vergangenen Monaten. Der wie ein Schattenmann im Hintergrund auf Kellers Demission zu lauern schien. Der auf Schalke angeblich schon einen Vertrag ab Sommer 2015 unterzeichnet haben sollte. Alles Quatsch – weiß man jetzt. Denn di Matteo hat bis 2017 unterschrieben und würde sich als Zwischenlösung für ein paar Monate ganz sicher auch nicht hergeben. Immerhin war er mit dem FC Chelsea 2012 Champions-League-Sieger. In München. Gegen München. Seither war er im Wartestand und auf den ersten Blick passt der gebürtige Schweizer mit italienischem Pass nach Gelsenkirchen wie Pep Guardiola nach Berlin-Marzahn. Das aber sind Äußerlichkeiten. Es gibt keinen Grund für eine Vorverurteilung. Soll er erst einmal arbeiten, der neue Mann. Leicht wird’s nicht.