Freistoß Sahin. Kopfball Hummels. TOOOR! Eigentlich.

Zwei Jahre nach dem Pokalfinale 2014 brechen der Ball und die Torlinie endlich ihr Schweigen

Der 17. Mai 2014 war schon tagsüber fies. Oben an der Spree. Es war ungemütlich kalt in Berlin. Nasskalt. Immer wieder schauerte es. Und als am Abend im Olympiastadion der BVB und Bayern München auf der letzten Rille um den DFB-Pokal kämpften, da kübelte es phasenweise sogar wie aus Eimern. Eines aber hatte das Wetter an diesem Endspielabend nicht im Repertoire: Nebel! Das Flutlicht schien hell und die Fernsicht war exzellent, als die 64. Spielminute anbrach. Als Mats Hummels den Ball im Flug artistisch aufs Tor und ins Tor hinein köpfte. 76.197 Zuschauer sahen das auch. Nur die beiden Zuschauer auf den besten Plätzen – die sahen es nicht: Schiedsrichter Florian Meyer und sein Assistent an der Linie. Jetzt, zwei Jahre später, melden sich erstmals zwei Kronzeugen zu Wort, die bislang beharrlich geschwiegen haben: Der Ball. Und die Torlinie.

Mal Hand aufs Herz, Ball, wie war das damals – wie hast Du die Szene gesehen?

Der Ball: Aus allernächster Nähe. Ich war ja quasi mittendrin. Also erst im Geschehen und dann im Tor.

Der Reihe nach . . .

Der Ball: Es gab Freistoß für Borussia. Ein ruhender Ball also. Wobei: Wer hat sich eigentlich diesen Begriff ausgedacht: ruhender Ball. Wisst Ihr, wie nervös ich war. . .?! Aber egal, ich schweife ab. Der Nuri Sahin streichelt mich also mit dem linken Fuß in den Strafraum. Herrlich! Wenn ich daran denke, krieg‘ ich heute noch ’ne Lederhaut. Dann fliegen Lewandowski und dieser Dante mit seiner Stromschlag-Frisur auf mich zu. Oder ich auf sie. Egal. Lewi lässt mich so gerade eben über den Scheitel rutschen. Dann geht alles sehr schnell. Ich faaaaalleeeee – plötzlich ist der Mats da, der Hummels. Bäääm!

Wie jetzt – bäääm?!

Der Ball: Ja, bäääm eben! Der Mats liegt waagerecht in der Luft. Ziemlich verdreht, wenn ihr mich fragt. Aber irgendwie erwischt er mich mit dem Kopf. Ich fliege also Richtung Tor, sehe unter mir die Torlinie vorbeirauschen, sehe vor mir das Netz. Ich denke noch: Genau da musst Du hin. Ins Netz! Ihr wisst ja, das Runde, ich also, muss ins Eckige. Alte Fußball-Weisheit.

Und dann?

Der Ball: Das Nächste, was ich spüre, ist der Fuß von diesem Dante. Der tritt mich mit voller Wucht aus dem Tor. Aber war ja wurscht. Ich war ja vorher schon drin. Ätschibätsch, du Dante! Dachte ich. Ich bin dann ja auch direkt im hohen Bogen Richtung Mittelkreis geflogen. Zum Anstoß. Aber als ich da ankam, nahm mich niemand, um mich auf den Anstoßpunkt zu legen. Das Spiel lief einfach weiter.

Und Du, Torlinie, wie hast Du den Treffer gesehen?

Die Torlinie: Eher zufällig, um ehrlich zu sein. Schlechte Sicht. Es hat ja Bindfäden geregnet. Von der Latte prasselten ständig Wassertropfen auf mich herab. Ich wollte mir gerade die Brille putzen, als plötzlich der Ball über mir auftaucht und über mich hinweg fliegt. „Tooor!“, will ich also pflichtgemäß rufen . . .

. . . aber?

Die Torlinie: Aber da latscht dieser Dante mit seinem rechten Fuß voll auf mich drauf, bohrt seine Eisenstollen in mich hinein und schlägt mit links den Ball aus der Kiste.

ECHT: Ein regulärer Treffer also?

Ball und Torlinie (irritiert): Ist die Erde rund?

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Wie VW die Bundesliga gefährdet und RedBull den DFB vorführt

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ein Problem.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat ein Problem.

Und damit hat: der deutsche Fußball ein Problem!

Das Problem ist: Der zunehmende Einfluss großer Konzerne auf den Sport. Auf die strategische Ausrichtung von Fußball-Klubs. Auf ihre Transferpolitik. Auf ihre Eigentümerstruktur. Am Beispiel von FC Bayern München und VfL Wolfsburg wird das gerade überdeutlich. Und auch über RB Leipzig ist zu reden. Der mit österreichischer Dosenlimonade künstlich hochgezüchtete Retortenklub droht gerade die WM-Chancen der U20- und die EM-Chancen der U21-Nationalmannschaft zu schmälern, indem er seine Neuzugänge Davie Selke (Werder Bremen) und Willi Orban (1. FC Kaiserslautern) von der Teilnahme abhält. Offiziell verzichten beide natürlich freiwillig und „aus persönlichen Gründen“.

Aufgeweichte Schutzwälle

Noch verschließt die Deutsche Fußball-Liga die Augen vor dem Dilemma, in das sie immer tiefer hinein schliddert. Sie verweist auf die 50+1-Regelung, nach der – anders als u.a. in England – kein Kapitalanleger die Stimmenmehrheit in einem Profiklub übernehmen kann. Damit, sagt die DFL weiter, sei man vor Übergriffen geschützt. Doch erstens wurde 50+1 längst durch Ausnahmen aufgeweicht. So muss der Mutterverein keine Mehrheit mehr halten, wenn ein Unternehmen/Sponsor „den Fußballsport seit mehr als 20 Jahren ununterbrochen und erheblich gefördert hat“. Durch dieses Hintertürchen, auch „Lex Leverkusen“ genannt, schlüpften bereits Bayer 04 Leverkusen, der VfL Wolfsburg und die TSG 1899 Hoffenheim. Hannovers bei den Fans umstrittener Präsident Martin Kind erwirkte die Streichung des Stichtages 1. Januar 1999.

Zweitens sieht auch die am 26. März 2015 von der Mitgliederversammlung der DFL beschlossene Beschränkung von Mehrfachbeteiligungen, nach der ein Investor maximal an drei Betreibergesellschaften beteiligt sein darf und an zwei davon mit höchstens zehn Prozent, einen prominenten Sonderfall vor: die Volkswagen AG. Deren Beteiligungen genießen „Bestandsschutz“ und bergen erhebliche Brisanz. Weniger deshalb, weil mit dem FC Ingolstadt ein weiterer Klub in die Bundesliga aufgestiegen ist, bei dem VW über Audi Karten im Spiel hat. Vielmehr deshalb, weil der aktuelle Meister FC Bayern und sein Vize und frischgebackener DFB-Pokalsieger VfL Wolfsburg durch Audi/VW mitgelenkt werden. Und das sogar in Personaleinheit!

Der doppelte Herr Winterkorn

Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns mit Sitz in Wolfsburg, ist nicht nur VfL-Boss, sondern auch Bayern-Aufsichtsrat. Als solcher muss er natürlich maximales Interesse daran haben, dass die Münchener die bestmögliche Mannschaft auf den Platz bringen, um ihrem Anspruch, nicht nur national, sondern auch in Europa die erste Geige zu spielen, gerecht werden zu können. Er muss also beispielsweise ein Interesse daran haben, dass Kevin de Bruyne, Topscorer der abgelaufenen Bundesliga-Saison und zurzeit einer der interessantesten Akteure auf dem weltweiten Spielermarkt, von Wolfsburg nach München wechselt. Schließlich befiehlt das „Mia san mia“ der Bayern geradezu, auf jeder Position die stärksten Akteure zur Verfügung zu haben. Und in der Liga gibt es gerade keinen Besseren als de Bruyne.

Blöd nur: Als Boss der 100-prozentigen VW-Tochter VfL Wolfsburg kann Winterkorn natürlich überhaupt kein Interesse daran haben, dass ihm seine mit unfassbar großem Geldeinsatz zusammengebastelte Mannschaft, kaum, dass sie sich anschickt, den immensen Aufwand durch erste sportliche Erfolge wieder einzuspielen, prompt auseinander bröselt. Schließlich hat sich Wolfsburg für die Champions League qualifiziert und will auch dort bestehen. Andererseits hat der VfL in den vergangenen Jahren eine negative Transferbilanz in deutlich dreistelliger Millionenhöhe in den Büchern stehen. Eine 70-Millionen-Euro-Einnahme aus einem de-Bruyne-Verkauf an den FC Bayern würde die Zahlen erheblich schönen.

Über die Spannung in der Bundesliga entscheidet der VW-Konzern

Die Frage, ob der FC Bayern München künftig im Wettbewerb mit Branchengrößen wie Real Madrid, FC Barcelona, FC Chelsea und den Manchester-Klubs United bzw. City konkurrenzfähig sein kann, entscheidet also auch Herr Winterkorn. Ebenso entscheidet Herr Winterkorn, ob der VfL Wolfsburg künftig konkurrenzfähig mit dem FC Bayern München sein kann und die Bundesliga im Titelkampf auf mehr Spannung als zuletzt hoffen darf; eben weil den Wolfsburgern erspart bleibt, was in der Vergangenheit Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, dem VfB Stuttgart und zuletzt dem BVB ereilte: Dass nämlich die Bayern dem jeweils ärgsten Konkurrenten die besten Spieler wegkauften und sich so die lästige Konkurrenz vom Hals hielten.

Gar nicht auszudenken: Was, wenn der FC Bayern oder der VfL Wolfsburg am letzten Spieltag Meister werden und der eine Klub den Erfolg des anderen beeinflussen kann?! Oder beide können Meister werden und spielen auch noch gegeneinander. Oder einer spielt gegen den Audi-Klub Ingolstadt, der seinerseits die Punkte für den Klassenerhalt braucht. Gibt es dann womöglich VW-intern eine Stallorder? Wie in der Formel1? – Ach, stimmt: Dort gibt es ja gar keine Stallorder. Und jeder hält sich selbstverständlich daran . . . Eine überaus bedenkliche Entwicklung.

Was ist schon ein WM-Titel gegen einen Bundesliga-Aufstieg?!

Nicht nur bedenklich, sondern fast schon perfide ist das Spielchen, das Rasendingsbums Leipzig gerade mit dem Deutschen Fußball-Bund treibt. Die Leipziger verpflichteten für die kommende Saison zunächst Bremens Sturmtalent Davie Selke (8 Mio. €) und unlängst auch den Kaiserslauterer Willi Orban (2,5 Mio. €). Das Geld kommt vom österreichischen EnergyDrink-Hersteller Red Bull, der sich den Standort in Ostdeutschland ausgeguckt hat, um ihn im Rahmen einer großangelegten Investitions- und Marketingstrategie in die Bundesliga zu pushen. Kaum hatte Selke in Leipzig unterschrieben, sagte er seine Teilnahme an der derzeit laufenden U20-Weltmeisterschaft in Neuseeland ab. Und Orban gab Bundestrainer Horst Hrubesch nun einen Korb für die U21-Europameisterschaft vom 17. Bis 30. Juni in Tschechien – „aus persönlichen Gründen“ wie es heißt.

Doch wie wahrscheinlich ist es, dass ein Talent wie Selke, der die U19 im vergangenen Jahr zum EM-Titel schoss, freiwillig auf die Chance verzichtet, Weltmeister zu werden? Bremens Ex-Stürmer Wynton Rufer, Botschafter des Turniers in seiner Heimat Neuseeland, hat dazu jedenfalls eine glasklare Meinung: „Das kann mir niemand erzählen – es sei denn, Selke wäre bescheuert!“

Plausibler als Grund für den Doppelverzicht ist diese Erklärung: Selke und Orban würden, nähmen sie an den Turnieren teil, Leipzigs Sportdirektor und neuem Trainer Ralf Rangnick in der Saisonvorbereitung nicht von Anfang an zur Verfügung stehen. Und Rangnick ist 2015/16 zum Bundesliga-Aufstieg verdammt. Konzerninteressen gehen also offensichtlich vor DFB-Interessen. Wie konsequent RedBull seine Linie durchzieht, wissen viele Extremsportler zu berichten, die von der Brausemarke zu immer waghalsigeren und immer öfter lebensgefährlichen Stunts angetrieben werden. Die ARD hat dieses Vorgehen, das fast an den Science-Fiction-Film „Rollerball“ aus dem Jahr 1978 erinnert (https://m.youtube.com/watch?v=aVUxK1mNups), vor einiger Zeit in der Reportage „Die dunkle Seite von RedBull“ beleuchtet (https://www.youtube.com/watch?v=5I2mrD-PEFE).

Man darf gespannt sein, ob und wie lange sich der DFB von RedBull-Braumeister Dietrich Mateschitz am Nasenring durch die Manege führen lässt.

BVB, Wolfsburg und der Angriff der Kohle-Krieger

(Beitragsbild: Screenshot http://www.derwesten.de)

Borussia Dortmund hat es bereits hinter sich.

Der VfL Wolfsburg hat es noch vor sich.

Nun ist es aber nicht etwa so, als dürfte die VW-Betriebssportmannschaft sich darauf freuen, es noch vor sich zu haben. Denn die Rede wird hier nicht von sportlichen Erfolgen sein.

Sondern von der Folge solcher Erfolge: dem Leerkauf durch den FC Bayern München und andere europäische Spitzenklubs.

Nuri Sahin war der Erste. Dortmunds Mittelfeld-Organisator folgte nach der rauschhaften Meistersaison 2010/11, an deren Ende die Profi-Kollegen ihn zum Bundesligaspieler der Saison wählten, dem Lockruf von Real Madrid. Verständlich, denn die Königlichen galten und gelten zu Recht als der größte Klub unter der Sonne. Sahin vervielfachte sein Nettojahreseinkommen. Dumm nur: Er kam in der spanischen Hauptstadt schon verletzt an, und ehe er überhaupt zum ersten Mal fit war, galt er schon als Fehleinkauf. Via Liverpool führte sein Weg zurück zum BVB, wo er gut spielt. Aber längst nicht mehr so brillant wie ehedem.

Shinji Kagawa war der Nächste. Dortmunds torgefährlicher Offensiv-Quirl folgte nach der noch viel rauschhafteren Double-Saison 2011/12 dem Lockruf von Manchester United. Verständlich, denn die Premiere League gilt bei japanischen Kickern als das gelobte Land. Kagawa hatte schon als Kind davon geträumt, einmal für ManU aufzulaufen. Dumm nur: Über-Trainer Sir Alex Ferguson setzte ihn positionsfremd ein. Immerhin aber setzte er ihn gelegentlich ein. Denn Nachfolger David Moyes setzte ihn so gut wie gar nicht mehr ein. Inzwischen spielt Kagawa wieder beim BVB. Wenn er denn spielt. Denn auch Jürgen Klopp setzt ihn seltener ein als gedacht.

Mario Götze war der Nächste. Mit dem Eigengewächs ging nach dem verlorenen Champions-League-Finale 2013 nicht nur ein begnadeter Kicker. Es verabschiedete sich auch die Fußball-Romantik aus Dortmund. Ausgerechnet Götze, der wenige Wochen zuvor noch erklärt hatte, er könne sich durchaus vorstellen, bis ans Ende seiner Profitage beim BVB zu spielen. Und ausgerechnet zum FC Bayern – für 37 Millionen Euro. Weil, so Götze, er unbedingt unter Trainer Pep Guardiola spielen wolle. Und weil er, ganz nebenbei, sein schon in Dortmund nicht ganz übles Gehalt vermehrfachte. Dass Götze bei den Bayern oft nicht spielt und leistungsmäßig seit dem wechsel ziemlich auf der Stelle tritt: geschenkt!

Robert Lewandowski war der Nächste und vorläufig Letzte. Der Torjäger zog sein Ding bei der Borussia bis zur letzten Spielsekunde sauber durch. Dem Lockruf der bayerischen Euronen aber war auch er längst erlegen. Gehalt verdreifacht. Dass der Pole bei den Bayern nur einer von vielen Stars und das Spiel keineswegs auf ihn zugeschnitten ist, weshalb er nur auf einen Bruchteil seiner Dortmunder Trefferausbeute kommt: geschenkt!

Sahin war weg. Kagawa war weg. Götze ist weg. Lewandowski ist weg. Damit hat Dortmund das Gröbste wohl hinter sich. Aus dem aktuellen Kader sind allein Marco Reus und Mats Hummels für internationale Topklubs von Interesse. Hummels allerdings auch nur, wenn er zur Form vor und während der WM zurück findet. Und Reus? – Will bis März entscheiden, ob er bleibt oder geht. Dass er zu den Bayern geht, scheint eher unwahrscheinlich, bei Hummels darf man es sogar getrost ausschließen.

Kurzum: Die Bayern-Methode, mit Transfers nicht nur sich selbst zu stärken, sondern stets auch den gerade aktuellen Hauptkonkurrenten zu schwächen, hat funktioniert. Der BVB ist als nationaler Herausforderer Nr. 1 vorerst einmal aus dem Rennen.

Diese Rolle reklamiert aktuell der VfL Wolfsburg für sich. Mit dem 4:1 zum Rückrundenauftakt über die Bayern und mit der insgesamt rund 60 Millionen Euro teuren Verpflichtung von Weltmeister Andre Schürrle (FC Chelsea) haben die Wölfe ihren Anspruch in den vergangenen Tagen noch einmal sehr nachdrücklich unterstrichen. Die Kohle von VW verleiht dem Meister von 2009 neuerlich Flügel. Dass die Sportlichen Leitungen in unterschiedlicher Besetzung in den vergangenen Jahren ein Transfer-Defizit in dreistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet haben: geschenkt! Manager Klaus Allofs, der aus seiner Zeit bei Werder Bremen eher in Mangelverwaltung geübt ist, war in den vergangenen Tagen anzusehen, wie groß seine Freude ist, endlich einmal mit Geld um sich werfen zu dürfen.

Keine Frage: Wolfsburg wird bis zum Ende der Saison oben mitspielen und sich mutmaßlich für die Champions-League qualifizieren. Und keine Frage: Der VfL wird im Sommer, um in der CL konkurrenzfähig zu sein, den Kader in der Spitze non einmal verbreitern. Also: ordentlich Geld ausgeben. Und überhaupt gar keine Frage: In München werden sie das alles sehr aufmerksam beobachten. Matthias Sammer. Kalle Rummenigge. Uli Hoeneß. Und wenn sie dann irgendwann das Gefühl haben, dass ein Wolfsburger Spieler sie selbst besser machen und gleichzeitig den aufmüpfigen Konkurrenten schwächen könnte, dann werden sie ihr Scheckbuch zücken.

Ganz oben auf dem Block dürfte schon jetzt Kevin de Bruyne stehen. Der 23-jährige Belgier, den transfermarkt.de auf einen Marktwert von 20 Millionen Euro taxiert und damit eher untertreibt, ist ein Mann der Zukunft. Die Bayern hingegen haben im Kader einige Männer der Vergangenheit: Franck Ribery, Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Dante haben ihre beste Zeit jedenfalls nicht mehr vor sich. Das macht dann auch Robin Knoche (22, 9 Mio. €), Ricardo Rodriguez (22, 28 Mio. €), Josuha Guilavogue (24, 10 Mio. €) und Maximilian Arnold (20, 10 Mio. €) interessant. Für die Münchener, aber nicht nur für sie. Spätestens wenn sich die Wolfsburger 2015/16 auf der ganz großen Bühne der Königsklasse zeigen dürfen, werden sie die Blicke aus Spanien und England auf sich ziehen.

Nun ist es nicht ganz so einfach, Wolfsburger Spieler mit Geld wegzulocken, weil Wolfsburg genau davon dank VW selbst genug hat. Doch erstens ist die UEFA dem Werksklub auf den Fersen. Stichwort: Financial Fair-Play. Und zweitens: Wer die Wahl hat, entweder in München, Madrid, Manchester, Barcelona, London zu spielen – oder eben in Wolfsburg, der entscheidet sich womöglich doch eher für . . . – Genau!

Borussia Dortmund hat ihn hinter sich, den Angriff der Kohle-Krieger. Eine Zeit lang hat der BVB die Verluste seiner Leistungsträger sogar kompensieren können. Aktuell kann er’s nicht mehr, die Lewandowski-Lücke ist zu groß. Der VfL Wolfsburg hat den Angriff noch vor sich – und dabei er ist noch nicht einmal Deutscher Meister geworden.

10 + 1 Gründe, warum der BVB in München gewinnt

Dreimal haben Borussia Dortmund und der FC Bayern München 2014 bereits gegeneinander gespielt. Dreimal gewann der BVB:

– in der Bundesliga in München mit 3:0 (Tore: Mkhitaryan, Reus, Hofmann)

– im DFB-Pokalfinale in Berlin mit 1:0 (Tor: Hummels)

– im Supercup in Dortmund mit 2:0 (Tore: Mkhitaryan, Aubameyang)

(Anm. d. Autors: Wer bezüglich des Pokalfinals Zweifel hegt – hier werden sie ausgeräumthttp://fliggwerk.com/2014/10/28/ruckblende-als-mats-hummels-den-bvb-zum-pokalsieg-2014-kopfte/)

Am Samstag (1.11., 18.30 Uhr) steigt der vierte deutsche „Clásico“ in diesem Jahr. Grob geschätzt 1000 Gründe sprechen dafür, dass Borussia Dortmund auch diesmal wieder die Oberhand behalten wird.

Hier sind nur die zehn wichtigsten:

Erstens: Der FC Bayern muss kurzfristig auf Thomas Müller verzichten. Das rosarote Dirndl des Stürmers verstößt gegen die Spielordnung. Ein Trachtenkleid in den Trikotfarben (rot-blau gestreift) ist auf die Schnelle nicht aufzutreiben. Das Schiedsrichtergespann streicht Müller daraufhin vom Spielberichtsbogen.

Zweitens: Sportlich läuft es bei den Bayern nun schon im dritten Jahr in Folge so perfekt, dass Matthias Sammer, der fleischgewordene Bluthochdruck, praktisch nichts mehr zu meckern hat. Der Sportdirektor ist in den vergangenen Wochen in einen Wachkoma ähnlichen Zustand gefallen – und das ausgerechnet jetzt, da seine Vertragsverlängerung ansteht. Die Mannschaft beschließt daher, mal richtige Grütze zu spielen, damit Sammer seinem Spitznamen „Motzki“ endlich wieder Ehre machen und Argumente für die Gespräche mit dem Vorstand sammeln kann.

Drittens: Der FC Bayern muss kurzfristig auf Franck Ribéry verzichten. Der Franzose wird auf dem Weg zum Stadion aus dem Mannschaftsbus heraus festgenommen. Später stellt sich heraus: Die bayerische Polizei hat ihn mit einem international gesuchten Radikalislamisten verwechselt.

Viertens: Das Spiel findet unter Flutlicht statt – und da ist der BVB quasi unschlagbar oder jedenfalls in dieser Saison noch ungeschlagen. Klugscheißern, die an dieser Stelle einwenden wollen, dass die mit 0:2 verlorene Partie in Mainz doch auch im Dunkeln endete, sei gesagt: Ja, aber beim Anpfiff war’s noch hell. Basta!

Fünftens: Der FC Bayern muss bereits nach drei Minuten auf Arjen Robben verzichten. Nachdem er zweimal im Tiefflug durch den Dortmunder Strafraum gesegelt ist, zwingt ihn eine Fliegerstaffel der Luftwaffe zur Landung.

Sechstens: Das Spiel wird weder von Nicola Rizzoli noch von Florian Meyer geleitet.

Siebtens: Der FC Bayern muss kurzfristig auf Mario Götze verzichten. Weil der Ex-Dortmunder zum Treffpunkt mit einem Mercedes und im Puma-Shirt erscheint, erzwingen die Bayern-Sponsoren Audi und Adidas seine fristlose Kündigung. Dem Vernehmen nach wird Götze in der Winterpause zum BVB zurückkehren.

Achtens: #rummeniggeisso verrät der BILD kurz vor dem Spiel, er habe das Interesse der Bayern an Marco Reus nur vorgetäuscht, um bei der Borussia Unruhe zu schüren und ein wenig auf dem am Boden liegenden Gegner herum zu trampeln. Blöderweise verrät die BILD das im Kabinengang Marco Reus. Der BVB-Star macht daraufhin das Spiel seines Lebens und erzielt sämtliche sieben Dortmunder Tore.

Neuntens: Der FC Bayern muss langfristig auf Uli Hoeneß verzichten.

Zehntens: Bayern-Siege sind stinklaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig! Die Bundesliga ist stinklaaaaaaaaaangweilig!

Zehntens + 1:

http://www.bundesliga.de/de/bundesliga-tv/partner/fifa-15-ea-prognose-fc-bayern-muenchen-gegen-borussia-dortmund.php

(Bildquelle des Beitragsbildes: Trailer „Die Mannschaft“, Constantin-Film, youtube.com)

Rückblende: Als Mats Hummels den BVB zum Pokalsieg 2014 köpfte

17. Mai 2014

Berlin. Borussia Dortmund hat zum vierten Mal in der Klubgeschichte den Deutschen Fußball-Pokal gewonnen. Im Endspiel vor 74.907 Zuschauern im Berliner Olympiastadion setzte sich der Vizemeister wie schon 2012 gegen den FC Bayern durch. Schütze des goldenen Tores war Nationalspieler Mats Hummels in der 65. Minute. Ein Jahr nach dem Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokalsieg und Champions-League-Triumph bleibt den Münchenern somit am Ende der ersten Saison unter Startrainer Pep Guardiola allein die Meisterschale.

Es war eine Neuauflage des Finals von 2012. Eine Neuauflage des CL-Endspiels von 2013 – aber das Spiel bot nicht annähernd so viel Spektakel und Rasanz wie die beiden großartigen Duelle in den Vorjahren, als der BVB die großen Bayern einmal nach allen Regeln der Kochkunst filetiert und einmal erst in letzter Minute unglücklich verloren hatte.

Im Mittelpunkt: Robert Lewandowski. Der Dortmunder Weltklasse-Torjäger, 2012 beim 5:2 noch dreifacher Torschütze, bestritt sein letztes Spiel im BVB-Trikot, bevor er ausgerechnet zum FC Bayern wechselt. Doch der Pole trat diesmal kaum in Erscheinung; ihm blieb nur die Nebenrolle.

Beide Mannschaften krochen gewissermaßen auf dem Zahnfleisch ins Olympiastadion. Bei den Bayern fiel nach Bastian Schweinsteiger und Thiago (verletzt) sowie dem ausgemusterten Mario Mandzukic kurzfristig auch noch David Alaba aus. Nach gut einer halben Stunde humpelte obendrein Kapitän Philipp Lahm nach einem Zweikampf mit Nuri Sahin vom Platz; für ihn kam der angeschlagene Franck Ribery. Beim BVB fehlten die Langzeitverletzten Neven Subotic, Jakub Blaszczykowski und Ilkay Gündogan.

Und so hatten sich beide Trainer taktisch etwas einfallen lassen. Pep Guardiola schickte sein Team erstmals in einer 3-4-2-1-Formation aufs Feld; Klopp rückte zugunsten eines 4-3-3 vom eingeübten 4-2-3-1 ab. Besser bekam das zunächst den favorisierten Münchnern, die in einer an Höhepunkten armen ersten Halbzeit ein klares Ballbesitz-Übergewicht hatten.

Erst nach dem Wechsel wurde es munterer, denn nun machten auch die Borussen mit. Erst scheiterte noch Thomas Müller an BVB-Keeper Roman Weidenfeller (56.), dann senkte sich auf der Gegenseite ein abgefälschter Freistoß von Marco Reus gefährlich auf die Latte. Nationalkeeper Manual Neuer hatte den Ball falsch eingeschätzt – und irrte auch in der nächsten Szene durch den Strafraum: Freistoß Nuri Sahin, Kopfballverlängerung Lewandowski – und Mats Hummels köpfte das Spielgerät mit einer akrobatischen Flugeinlage ins Tor. Die Bayern reklamierten doppelt, wollten Hummels im Abseits und den Ball nicht hinter der Linie gesehen haben. Beides falsch. der Torschütze stand auf gleicher Höhe und Dantes Rettungsversuch erfolgte klar hinter der Linie. Schiedsrichter Florian Meyer zögerte denn auch keine Sekunde und entschied nach einem kurzen Blick zu seinem Assistenten an der Seitenlinie auf Tor – 1:0 (65.).

Der FC Bayern mobilisierte nun noch einmal alles, erhöhte den Druck. Doch mehr als eine klare Chance durch Ribery, die erneut Weidenfeller zunichte machte, sprang während der Schlussoffensive nicht heraus. Der Rest war Jubel in Schwarz und Gelb. Wie 2012. Anders als 2013. Die Geschichte des deutschen „Clásico“ ist um ein weiteres Kapitel länger.

Weg mit dem Sternen-Firlefanz – zurück an die Arbeit!

Man sah es ihm an. Joachim Löw hatte richtig Bock. Supersuperbock, sozusagen.

Er hatte Supersuperbock, nach dem Last-Minute-Schock gegen Irland zum Interview ins RTL-Studio zu dackeln – genauer: zu pudeln. Denn wie ein begossener Pudel saß der Bundestrainer zwischen Florian König und Jens Lehmann. Jener König, der sonst Formel 1 und Koch-Shows moderiert. Und jener Lehmann, der schon als Spieler stets sehr speziell gewesen war und nun als Experte renitent und tendenziell respektlos daher kommt. Jener Lehmann, dem es ganz offenkundig mehr als jedem anderen vollkommen egal ist, was andere über ihn denken. Was der schon nach dem 0:2 in Polen für Fragen gefragt hatte. Nachgerade dreist! Eine ganz neue Erfahrung für Joachim Löw, der sich in Warschau vermutlich viel lieber zum verbalen Trostkuscheln zu Katrin Müller-Hohenstein begeben hätte und nun in Gelsenkirchen ahnte, dass er neuerlich vornehmlich kritische Fragen würde beantworten müssen.

Er, der Weltmeister-Trainer!

Wer weiß, vielleicht hat Joachim Löw ja am Dienstagabend auf dem Weg von der Kabine der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zum RTL-Studio erstmals darüber gegrübelt, ob es wohl die beste aller Ideen gewesen war, nach der WM weiterzumachen. Statt abzutreten. Auf dem Gipfel des Denkbaren. Vielleicht hat Löw bei sich gedacht: „Mensch, Jogi, hättest Du es mal gemacht wie der kleine Philipp.“ Der Lahm. Das Kapitänchen. Weltmeister geworden. Den Pott geküsst. Abgetreten! Oder der lange Per. Der Mertesacker. Der „Big fuckin‘ German“, wie sie ihn beim FC Arsenal liebevoll nennen. Weltmeister geworden. Abgetreten! Oder der olle Miro. Der Klose. Weltmeister geworden. Weltmeisterschaftsrekordtorschütze geworden. Abgetreten! Alles richtig gemacht. Den Moment eingefroren. Besser kann’s nicht mehr sein!

Joachim Löw wollte das nicht. Abtreten auf dem Höhepunkt. Er wollte weitermachen. Die Mannschaft weiterentwickeln. Sie zur EM 2016 führen. Und dort der erste Trainer seit Helmut Schön (1972 & ’74) werden, der mit der N11 Welt- und Europameister wird. Nun hat er den Salat – und muss mit Kritik leben. Nach nur vier Punkten aus drei Qualispielen mit nur drei erzielten und vier kassierten Toren hat ein herbstlicher Fußballblues den weltmeisterlichen Sternenglanz abgelöst.

Es fehlen nur noch die Klatschpappen

Vielleicht wäre genau das ein erster Schritt aus der Leistungs- und Ergebniskrise: Diesen ganzen WM-Firlefanz endlich mal beiseite zu legen und wieder zur Alltagsarbeit überzugehen. Kein Länderspiel mehr ohne Hochglanzglitter-Sterne-Choreographie auf den Stadiontribünen. Auch am Dienstag in der Gelsenkirchener Dreifach-Turnhalle wurden die Event- und Erfolgszuschauer wieder genötigt, bunte Papptafeln in die Höhe zu halten. Ein Wunder eigentlich, dass beim DFB – anders als beim FC Bayern – noch niemand auf die Idee gekommen ist, versponserte Klatschpappen samt Bedienungsanleitung auf die Sitzschalen zu legen. Von „Fans“ kann bei Spielen der N11 längst keine Rede mehr sein. Fans bringen inzwischen nur noch die Gästeteams mit. Schottische Fans sorgten in Dortmund für Stimmung. Irische Fans in Gelsenkirchen. Deutsche Fans klatschen brav bei Eckbällen und singen gelegentlich „Die Nummer eins der Welt sind wir“ – was angesichts der vitaminarmen Darbietungen auf dem Rasen allerdings zunehmend albern klingt.

Das Märchen ist vorbei . . .

Das WM-Finale liegt inzwischen drei Monate zurück. Drei Monate. Das war vorvorvorvorvor…gestern. Jetzt ist heute. Willkommen zurück in der Realität! Es ist Herbst. Es ist kühl. Es ist regnerisch. Es ist Quali. Die Gegner beißen. Und ja, ihr schlaft wieder zu Hause. Nicht mehr in der Schmuseatmosphäre der Campo-Bahia-WG, die Löw und Teammanager Oliver Bierhoff – einer Kunst- und Phantasiewelt ähnlich – eigens hatten bauen lassen. Das Märchen ist vorbei.

. . . und die Realität geht so:

Nein, es sind nicht nur drei wichtige Spieler zurückgetreten. Ja, es fehlen auch viele wichtige Spieler. Marco Reus und Ilkay Gündogan – aber die fehlten auch schon bei der WM. Christoph Kramer und Andre Schürrle – aber die waren zumindest in Polen noch dabei und bei der WM obendrein nur Ergänzungsspieler. Bastian Schweinsteiger, ja, der fehlt tatsächlich – aber wer weiß, ob er überhaupt noch einmal richtig zurück kommt. Sami Khedira fehlt. Mesut Özil fehlt auch – aber in der Form der letzten Wochen irgendwie auch wieder nicht.

Nirgendwo ein „Wickie“, der mal „Ich hab’s!“ ruft

Will sagen: Gegen Irland standen mit Thomas Müller, Mario Götze und Toni Kroos drei Akteure auf dem Platz, die gemeinhin unter „Weltklasse“ einsortiert werden. Dazu ein Julian Draxler, nach dem vermeintlich halb Fußball-Europa schielt. Vier Kreativ-Kicker also, von denen kaum Kreatives kam. Götze war bemüht, arbeitete mehr als früher und hätte einen Elfmeter bekommen müssen. Müller bot, wie schon in Polen, eine Nicht-Leistung, für die er in einigen durchaus ernst zu nehmen Medien sogar noch die Note „3“ erhielt. Der MüllerBayern-Bonus. Draxler stand neben sich – wie zuletzt meist auch auf Schalke. Und Kroos? Hatte viel Ballkontrolle. Hatte viele Ballkontakte. Erzielte schließlich auch das 1:0. Aber Ideen, Geistesblitze, mal ein genialer Moment, ein öffnender Pass, dazu geeignet, die irische Abwehr zu durchschneiden und zu filetieren? Nichts dergleichen. Man hätte sich einen „Wickie“ herbei gewünscht, der sich eine Weile lang mit dem Zeigefinger unter der Nase reibt und im Moment der plötzlichen Erleuchtung „Ich hab’s!“ ruft.

Es waren die Mittelfeld- und Offensivkräfte, die das @DFB_Team in der Schlussphase von einer Panikattacke in die nächste manövrierten. Vorne wurde nicht mehr attackiert, in der Mitte der Ball hergeschenkt, statt gehalten. Und hinten gerieten sie in Not. Der späte Ausgleich war die Folge einer langen Fehlerkette, an deren Ende der Dortmunder Mats Hummels doof aussah und deshalb verständlicherweise angefressen reagierte. „Man wird mir wieder die Schuld geben, aber ganz ehrlich: In der Situation kann ich auch nur noch versuchen, zu retten.“ Was schwer zu retten war.

Hummels hat Recht: Schon die WM war keine Gala, sondern knallharte Arbeit

Es war jener Hummels, der darauf verwies, dass auch in Brasilien nicht alles nur Gold und Glanz, sondern zuvorderst knallharte Arbeit und bisweilen auch gehöriges Glück war. Weder gegen die USA noch gegen Algerien noch gegen Frankreich noch im Endspiel gegen Argentinien hatte die deutsche Mannschaft geglänzt. Und sie hatte auch bei der WM, sieht man vom Eröffnungsspiel gegen Portugal und dem nach wie vor unerklärlichen 7:1 gegen Brasilien ab, keine Offensiv-Feuerwerke abgebrannt. Das 1:0-Siegtor gegen die USA fiel durch einen Distanzschuss. Das 1:0-Siegtor gegen Frankreich nach einer Standardsituation durch einen Abwehrspieler. Gegen Algerien und Argentinien fiel in 90 Minuten gar kein Tor. Klingt das nach Spektakel? Nach Rausch und Gala? Wohl eher nicht. Wohl eher, wie Hummels korrekt feststellte, nach „knallharter Arbeit“ und nach funktionierendem Kollektiv.

Genau das funktioniert derzeit nicht. Und wenn weiterhin die vollkommen verfehlte Diskussion über vermeintlich minderbemittelte Außenverteidiger geführt wird (übrigens hatte der zuletzt heftig kritisierte Erik Durm gegen Irland weit mehr starke als schwache Szenen!), wird sich daran auch nichts ändern. Dann wird zwar nicht Gibraltar, wohl aber der entthronte Weltmeister Spanien deutlich aufzeigen, wo die Schwächen liegen.

Mehr zu #GERIRL, zu Mats Hummels – und was er zur Kritik von Joachim Löw sagt:

http://www.derwesten.de/wr/sport/fussball/bvb/bvb-kapitaen-hummels-und-bundestrainer-loew-sind-sich-uneinig-id9938175.html

http://www.spox.com/de/sport/fussball/dfb-team/em-2016-qualifikation/spielberichte/deutschland-irland/mats-hummels-interview-1-1-gegen-irland-unfassbare-dinger.html

http://www.spiegel.de/sport/fussball/em-quali-weltmeister-deutschland-schwaechelt-gegen-irland-a-997230.html

http://www.spiegel.de/sport/fussball/em-quali-deutschland-gegen-irland-mit-spaetem-ausgleich-a-997189.html

http://www.ruhrnachrichten.de/sport/bvb/So-einfach-ist-es-nicht-Hummels-ueber-Erwartungen-und-das-Irland-Spiel;art11635,2511803